RWE: Personalkarussell beim Essener Energieversorger

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RWE: Personalkarussell beim Essener Energieversorger

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RWE trennt sich offenbar von Deutschland-Chef Arndt Neuhaus:

von Angela Hennersdorf

Nicht nur RWE-Deutschland-Chef Arndt Neuhaus wird den Essener Energieversorger verlassen. Weitere Top-Manager müssen beim Umbau des strauchelnden Riesen um ihre Posten bangen.

Ein Dorn im Auge war RWE-Deutschland-Chef Arndt Neuhaus seinem Konzern-Chef Peter Terium schon immer. Nicht weil er nicht erfolgreich gewesen wäre, im Gegenteil. Aber der 49-jäghrige studierte Chemiker und Betriebswirt aus Oberhausen, seit fast 15 Jahren bei RWE, war beliebt und sehr geschätzt bei den kommunalen Anteilseignern des Essener Energieversorgers. Die halten rund 24 Prozent der RWE-Anteile.

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Neuhaus trauten nicht nur viele Manager im Konzern zu, den strauchelnden Versorger umzubauen, sondern eben auch in den Kommunen und Gemeinden zu. Viel zu lange, so ihr Vorwurf an RWE-Chef Terium, habe dieser mit einer neuen Strategie für den verlustreichen Versorger auf sich warten lassen, während doch andere – wie eben Deutschland-Chef Neuhaus – in den Startlöchern stünden.

Energiekonzern Deutschlandchef verlässt RWE

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Der sogenannte RWE Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE. Quelle: dpa

Nun werden sich Terium und Noch-Aufsichtsratschef Manfred Schneider von dem erfahrenden Energiemanager trennen. Am Nachmittag soll das auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Deutschland-AG beschlossen werden.

Neuhaus wird nicht der einzige sein, der seinen Posten mit dem Umbau des Konzerns in zwei Gesellschaften, aufgeben wird. Ab dem 1. April wird es die alte RWE-AG in ihrer bisherigen Organisation nicht mehr geben. Künftig wird, so Teriums Plan, der RWE-Konzern nach Funktionen organisiert und nicht mehr nach Märkten aufgestellt. Wie aus Konzernkreisen zu hören ist, bangen viele Top-Manager um ihre Posten.

Unklar sei seit Wochen, wer welche Funktion ab dem ersten April übernehmen werde. „Die übergreifenden Funktionen im Vorstand und im Aufsichtsrat für die neue Tochtergesellschaft diskutieren wir noch“, sagte Konzern-Chef Terium Anfang Januar.

Ab dem ersten April wird RWE den Vertrieb, das Netzgeschäft und das Geschäft mit grünem Strom in eine Tochter auslagern. Von dieser neuen Gesellschaft will der Mutterkonzern noch in diesem Herbst zehn Prozent an die Börse bringen. Bei der RWE AG bleiben dann noch die konventionelle Stromerzeugung mit Kohle- und Gaskraftwerken, die Atomkraftwerke sowie der Energiehandel.

Keine Kommunen im Aufsichtsrat der RWE NewCo

Die neue Aufteilung soll Investoren vor allem für die neue Tochter, Arbeitsname NewCo, anlocken. Konzern-Chef Terium ließ ziemlich deutlich durchblicken, dass er selbst durchaus Interesse habe, den Chefposten in der neuen Tochtergesellschaft zu übernehmen. Im Mai dieses Jahres soll dann die bisherige Chefin des Stromlobbyverbandes Hildegard Müller das Netzgeschäft der neuen Gesellschaft leiten. Das Geschäft mit den erneuerbaren Energien soll der derzeitige Chef der Ökostromtochter RWE Innogy, Hans Bünting, leiten und für den Vertrieb wird Osteuropachef Martin Herrmann gehandelt.

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Die Erlöse aus dem Börsengang der geplanten NewCo will Terium zur Hälfte in Ökostromprojekte investieren. Wachstum erhofft sich der Konzern-Chef ausgerechnet im Bereich Fotovoltaik. Dies sei eines der stärksten Wachstumsfelder.

Die krittelnden Kommunen wird Terium bei der NewCo jedenfalls nicht mehr am Hals haben. Die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder für die neue Tochtergesellschaft stehe zwar noch nicht fest. „Aber kommunale Vertreter wird es in der NewCo nicht geben“, sagte Terium.

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1 Kommentar zu RWE: Personalkarussell beim Essener Energieversorger

  • Ein Unternehmen, dass unterm Strich Verluste ausweist, dürfte eigentlich keine Dividende auszahlen. Eine solche ungerechtfertigte Dividende ist dann logischerweise kreditfinanziert und damit höchst unseriös, um es sehr vorsichtig auszudrücken.
    Die kommunalen Anteilseigner müssen endlich begreifen, dass die wirtschaftlichen Grundsätze zur Unternehmensführung nicht durch verbohrte Betonköpfe in den Rathäusern ausgehebelt werden können.
    Jede kreditfinanzierte (!) Dividende verschlechtert die wirtschaftliche Situation des RWE und reduziert damit den Wert der kommunalen Anteile nochmals.

    Wie sagte mir ein angehender und in Stichwahl dann gewählter Landrat mal:
    "Was die Wirtschaft nicht kann, muss eben die Politik leisten".
    Noch Fragen?

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