RWE: Peter Terium baut um, doch das reicht nicht

KommentarRWE: Peter Terium baut um, doch das reicht nicht

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RWE-Chef Peter Terium.

von Angela Hennersdorf

Endlich räumt Konzernchef Terium auf und entwirrt das undurchsichtige Riesenreich des Essener Energieversorgers RWE. Die Verschlankung hilft sicher, aber den Kampf ums Überleben hat Terium damit noch nicht gewonnen.

Wenn Vorstands-Chef Peter Terium berichtet, was demnächst alles weggefällt oder zusammengelegt wird bei RWE, da darf man getrost fragen: Wie hat dieser Konzern überhaupt bis heute überlebt?

Die Anzahl der Gesellschaften wird nun um 30 Prozent, die Anzahl der eigenständigen Aktiengesellschaften um 60 Prozent und die Anzahl der Aufsichtsratsgremien sogar um 70 Prozent reduziert. Vier Monate lange arbeitete Terium an diesem Umbauplan für den Konzern: Vorstände und Aufsichtsräte mussten von der radikalen Verschlankung überzeugt, Betriebsräte überredet werden. Teriums Druckmittel ist klar: Es geht ums Überleben des traditionsreichen Unternehmens. Jetzt, so hat Terium seinen RWElern offenbar erfolgreich verklickert. geht es ums Ganze. Und damit hat der Niederländer sicher Recht. Doch der Kampf ums Überleben ist mit diesem Radikalumbau längst noch nicht gewonnen.

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Der RWE-Vorstandsvorsitzende Peter Terium. Quelle: dpa

„Einstimmig“ habe der Aufsichtsrat Teriums Konzernumbau zugestimmt, wie der Konzernboss sichtlich erleichtert betont. Bis Anfang 2017 soll der Umbau vollzogen sein. Wichtigste Botschaft: Die Zentrale in Essen erhält mehr operative Macht. Die bisherige Management-Holding wird in eine operative Gesellschaft umgewandelt, in dieser werden das bisher selbstständige Vertriebs- und Netzgeschäft verschmolzen.

Eigenständig bleiben die Handelstochter Supply & Trading, die Ökostromsparte Innogy und das Kraftwerksgeschäft. Diese sind allerdings zukünftig jeweils mit ihren Vorständen im Zentral-Vorstand vertreten. Offen ließ Terium tatsächlich die Zukunft der Kraftwerkssparte: „Der nun geplante Umbau würde eine spätere Trennung von den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken nicht erschweren”, sagte Terium.

Bei der Sondersitzung des Aufsichtsrates ging es allerdings erst mal um die legale Struktur, so Terium. Wie diese nun genau mit Leben zu füllen sei, welche neuen Köpfe auf welche neuen Posten kommen, das will er noch nicht preisgeben.

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Das ganze Programm ist also vor allem erst einmal ein großes Personenkarussell, um das sich in den nächsten Wochen und Monaten bei RWE noch sehr viel drehen wird. Das Geschacher um Posten und Köpfe, wer jetzt wann und wo was zu Sagen hat, das könnte das operative Geschäft um Monate lähmen. Und das kann sich der Energieversorger auf keinen Fall leisten.

Denn klar ist: eine Verschlankung und weniger Bürokratie sind sicherlich gut und richtig. Einsparen wird der Konzern damit aber nicht mehr als einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag jährlich, sagte Terium. Bei einem Schuldenstand von 28 Milliarden Euro ist das also so gut wie nix.

Dazu kommt: Sparen, Verschlanken und Bürokratie abbauen – das ist noch keine neue Wachstumsstrategie. Die bleibt Terium auch nach der historischen Aufsichtsratssitzung des Essener Energieriesen schuldig.

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