RWE: RWE-Aufsichtsrat vor personeller Weichenstellung

RWE: RWE-Aufsichtsrat vor personeller Weichenstellung

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Über einem RWE-Kraftwerk ziehen Wolken auf.

In der Krise bei RWE wollen die Kommunen Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als Retter. Aufsichtsratschef Schneider favorisiert aber Ex-SAP-Finanzchef Brandt. Diesen Freitag tagt der Aufsichtsrat.

Bei RWE rumort es gewaltig hinter den Kulissen: Angesichts der Krise des Energiekonzerns trommeln die Kommunen für Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als künftigen Aufsichtsratschef. Er soll mit seinen politischen Kontakten das Ruder herumreißen.

Amtsinhaber Manfred Schneider kämpft dagegen für den Ex-SAP-Finanzvorstand Werner Brandt als seinen Nachfolger. In dem Personalstreit könnten bei der Herbstsitzung des Aufsichtsrats in Essen am 18. September die Weichen gestellt werden. Offiziell gewählt wird im kommenden Frühjahr.

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Deutschlands Energieriesen im Vergleich

  • Eon

    Mit über 122 Milliarden Euro Umsatz und weltweiten Kapazitäten zur Stromerzeugung von 61 Gigawatt im Jahr 2013 ist Eon Deutschlands größter Energiekonzern. Doch den Düsseldorfern machen die Folgen der Energiewende zu schaffen. Das klassische Stromgeschäft wirft wegen des wachsenden Anteils von Sonnen- und Windenergie immer weniger Geld ab. Zudem häufte Eon durch seine Expansion einen Schuldenberg von 31 Milliarden Euro an. Ende 2013 hatte der Konzern 62.200 Mitarbeiter.

  • RWE

    Die Gewinne des zweitgrößten deutschen Versorgers sind wegen des niedrigen Börsenstrompreises 2014 rapide geschrumpft. Das betriebliche Ergebnis sank auf 4 Milliarden Euro und lag 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Außenumsatz des Konzerns ging von 52,4 auf 48,5 Milliarden Euro zurück. Die Nettoverschuldung von RWE bewegte sich 2014 mit 31 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Ende 2014 beschäftigten die Essener weltweit knapp 59.800 Mitarbeiter.

  • EnBW

    Die Nummer drei der Branche will zum Treiber der Energiewende werden. Ende 2013 erzeugte EnBW knapp 20 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Bis 2020 soll der Anteil 40 Prozent betragen. Die Karlsruher haben rund 20.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro. Unrentable Kraftwerke und niedrige Strompreise sorgten unter dem Strich in den ersten neun Monaten 2014 für ein Minus von über 770 Millionen Euro.

  • Vattenfall

    Fallende Preise machten dem schwedischen Konzern 2014 zu schaffen. Der Umsatz sank auf 166 Milliarden Kronen (18 Milliarden Euro). Auch das bereinigte Betriebsergebnis von 2,6 Milliarden Euro fiel geringer aus - teils wegen Rücklagen für den deutschen Atomausstieg. 2015 will das Staatsunternehmen aus Stockholm mit 30.200 Mitarbeitern einen strikten Sparkurs fahren. In Deutschland erwägt Vattenfall einen Verkauf seiner Braunkohle-Sparte in Brandenburg und Sachsen.

Bei der Sitzung muss RWE-Chef Peter Terium außerdem den weiter dramatisch fallenden Aktienkurs erklären und Ängste vor weiteren Dividendenkürzungen zerstreuen. Thema dürfte außerdem die geplante Berufung neuer Vorstände für Netze, Erzeugung, Vertrieb und Erneuerbare Energien sein.

Die Kommunen - mit knapp einem Viertel wichtigster RWE-Aktionär - verfolgen die Entwicklung des Unternehmens mit zunehmender Nervosität. Sie sorgen sich vor allem um die Dividenden, die in den knappen Haushalten an der Ruhr längst eingeplant sind. Zuletzt hatte RWE einen Euro pro Aktie gezahlt. Er stelle sich auf Kürzungen auf 50 oder 60 Cent und damit neue Millioneneinbußen ein, sagte Essens Stadtkämmerer Lars Martin Klieve jüngst. Der Chef der Dortmunder Stadtwerke, Guntram Pehlke, kritisierte in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) als großer Aktionär ungewöhnlich offen die Kommunikation des Vorstands.

Die Sitzung findet am Stammsitz in Essen statt und nicht, wie sonst oft im Herbst, an einem auswärtigen RWE-Standort. Den Verzicht auf Auslandsreisen sehen Beobachter als ein äußeres Zeichen für die extrem schwierige Lage. In der Stromerzeugung brechen RWE die Gewinne immer stärker weg. Gaskraftwerke rechnen sich meist gar nicht mehr, Kohleanlagen immer weniger. Wenn die Entwicklung so weiter läuft, drohen bei den Kraftwerken, dem einstigen Lieblingsgeschäft des Konzerns, in den kommenden Jahren sogar rote Zahlen. Der Einnahmeverlust ist so groß, dass alle Sparprogramme nicht genügen.

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