RWE verkauft Dea: Deals mit Russland ohne Obama

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KommentarRWE verkauft Dea: Deals mit Russland ohne Obama

von Andreas Wildhagen

Die deutschen Energieversorger Wintershall und RWE verkaufen ihre Beteiligungen an russische Unternehmen trotz Embargo-Drohungen der Amerikaner.

Als wenn es keine Krim und kein Referendum der Russen gäbe! Als ob kein US-Zerstörer Kurs auf die Krim und das Schwarze Meer genommen hätte! Als ob keine Embargo-Drohungen der Amerikaner und der EU vor der Tür stünden! Seelenruhig verkündet RWE am Sonntagnachmittag, dass die Ölfördertochter Dea für 5,1 Milliarden Euro an den Investmentfonds Letter Ohne aus Luxemburg verkauft wird, hinter dem der russische Milliardär Michail Fridman steht. RWE Dea gehört zusammen mit Wintershall zu den Energieunternehmen in Deutschland, die an der weltweiten Förderung von Öl und Gas beteiligt sind. RWE Dea fördert Energie in 14 Ländern, darunter Großbritannien, Norwegen, Ägypten.

An Dea hielt Jürgen Großmann, Vorgänger von RWE-Chef Peter Terium, lange Zeit fest. Von langer Hand anlaufende und im Verborgenen vorbereitete Verkaufsverhandlungen ließ er lautstark dementieren. Doch dann beschloss Terium den Verkaufsprozess öffentlich zu machen, der nun offenbar abgeschlossen ist. Es fehlt nur noch das Plazet von Aufsichtsbehörden.

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Dea war für RWE zwar profitabel, aber zu den enormen Investitionen, die bei Dea nun anstanden, war RWE nicht mehr in der Lage. Ein Unternehmen, das einen Jahresverlust von fast drei Milliarden Euro schreibt, kann nun einmal nicht vier Milliarden Euro beispielsweise in Ägypten investieren, wo Dea gemeinsam mit BP große Gasfelder abschöpfen will.

Schlechter Zeitpunkt

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Auch Wintershall wollte Dea haben, aber Fridman bekam von RWE den Zuschlag. Der RWE-Vorstand um Terium sah es in den vergangenen Tagen offenbar als risikolos an, die wertvolle Fördertochter aus Hamburg an einen russischen Oligarchen zu verkaufen, in einer Zeit, in der von Embargos und dem Einfrieren von Konten von ebendiesen Oligarchen auf internationaler Diplomatenbühne gesprochen wird. Vor allem die Amerikaner wollen, dass Putin für die Beanspruchung der Krim als Einflussgebiet der Russischen Föderation mit wirtschaftlichen Sanktionen büßen soll. Und da macht es sich schlecht, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt RWE das ganz große Geschäft mit einem solchen Oligarchen anbahnt, ausgerechnet auch noch auf dem militärstrategisch wichtigen Energiesektor in Krisengebieten.

Wintershall wollte Dea auch haben, bekam das Förderunternehmen aber nicht. Es lag wohl am Preis. Zur gleichen Zeit ist Wintershall dabei, die Infrastruktur der deutschen Gasversorgung an Gazprom zu verkaufen. Wer hat Angst vor Gazprom? Wintershall offenbar nicht. Der größte westeuropäische Erdgasspeicher nahe Diepholz bei Bremen wird in wenigen Wochen, wenn das Verkaufsprozedere abgeschlossen ist, zu Gazprom gehören. Ganz ohne Einfluss Obamas und lautstarken Sanktions-Gebrülls. Und niemanden regt es auf.

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