Solar-Analyst Jaisfeld: "Die Marktbereinigung hat erst begonnen"

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Solar-Analyst Jaisfeld: "Die Marktbereinigung hat erst begonnen"

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Manfred Jaisfeld, Analyst der National-Bank

von Andreas Toller

Manfred Jaisfeld, Analyst der National-Bank, über die ersten Pleiten in der deutschen Solarbranche, den Absturz bisheriger Vorzeigeunternehmen und die Perspektiven des Marktes für Sonnenenergie.

WirtschaftsWoche Online: Solarworld galt hierzulande lange als Vorzeigeunternehmen der Branche. Sie haben in ihrer aktuellen Analyse die Aktie zum Verkauf empfohlen. Waren die Zahlen so viel schlimmer als erwartet?

Jaisfeld: Solarworld war immer der Leuchtturm der deutschen Solarbranche. Viele dachten, wenn es ein deutsches Unternehmen in diesem Markt schafft, dann die. Aber die Preise von Solarworld sind im Wettbewerbsvergleich zu hoch und trotz der etablierten Marke hat es das Unternehmen immer schwerer. Die europäischen Hersteller können mit der Konkurrenz aus China einfach nicht mithalten. Die jüngsten Zahlen von Solarworld haben die Hoffnung an ein Rückkehr zu alter Stärke schwinden lassen. Die Perspektiven sind nicht gut.

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Unter deutschen Solarmodulherstellern und –projektierern hat es mit Solon und Solarhybrid bereits die ersten Pleiten gegeben. Q-Cells kämpft noch gegen die Insolvenz. War das jetzt die erwartete Marktbereinigung?

Die Marktbereinigung in der Solarbranche ist noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil, sie hat erst begonnen. Denn noch haben viele Unternehmen Reserven. Aber selbst Solarworld hat nach Wertberichtigungen von 339 Millionen Euro auf alte Produktionsanlagen und andere Sachwerte im vergangenen Jahr bereits ein Drittel seines Eigenkapitals aufgezehrt. Das reicht nicht ewig.

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Solarworld und Roth & Rau haben ihre Zahlen vorgelegt – sie sind von der Krise gezeichnet. Wer kann, sucht sein Glück im Ausland.

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Werden wir noch öfter derart hohe Abschreibungen beobachten?

Der Abschreibungsbedarf der Hersteller bleibt grundsätzlich ein Problem. Das bedingt einfach der Preisverfall bei den Solarmodulen. Das heißt, die Unternehmen müssen ihre Produktionskosten senken. Das gelingt aber nur mit größeren Produktionsanlagen. Das ist problematisch, weil es jetzt schon weltweit immense Überkapazitäten gibt.

Zum Jahresbeginn gab es Analysen, die die Produktionskapazitäten der Solarbranche weltweit um mehr als das doppelte über der tatsächlichen Nachfrage sahen. Aber die Nachfrage nimmt noch zu. Sind die Überkapazitäten bald Geschichte?

Die Überkapazitäten werden sogar weiter zunehmen. China steht seit langem auf dem Expansionsgaspedal, das ist staatlich verordnetes Wachstum. Zwar bleibt auch die Nachfrage auf etablierten Märkten wie Deutschland hoch, aber das hilft den deutschen Herstellern nichts. Der Fall Solarworld hat es gezeigt: Das Unternehmen konnte seinen Absatz deutlich steigern, aber durch den Preisverfall bei Solarmodulen fiel der Umsatz unter dem Strich geringer aus. Deshalb kommen auch gute Unternehmen hierzulande nicht auf einen grünen Zweig.

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