Solar-Chef geht: Konsequenter Abgang bei Siemens

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Solar-Chef geht: Konsequenter Abgang bei Siemens

von Matthias Kamp

Der Chef der Solarsparte verlässt früher als geplant das Haus. Einen Nachfolger hätten die Münchner gar nicht benennen müssen, denn das Solargeschäft spielt für den selbst ernannten grünen Konzern künftig keine Rolle mehr.

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Mit seiner Solarsparte hat Siemens auf das falsche Pferd gesetzt - nun verlässt Spartenchef Theodor Scheidegger das Unternehmen

Das Solargeschäft war für Siemens nie wichtig und wird es auch künftig nicht sein. Innerhalb der Geschäftseinheit für Erneuerbare Energien gibt es einen Chef für das Windenergiegeschäft und einen für die Solaraktivitäten. Ganz bewusst trenne man die Bereiche, heißt es im Konzern, damit sich die Verantwortlichen in der Windsparte voll auf das einträgliche Geschäft mit Turbinen, Türmen und Rotoren konzentrieren können. „Das Solargeschäft ist ein Stiefmütterchen“, sagte im vergangenen Frühjahr ein Siemens-Manager.

Gründlich vergaloppiert

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Jetzt verlässt Theodor Scheidegger, Chef der Solarsparte, den Konzern. Auch wenn die Münchner mit Michael Axmann, bislang CFO des Bereichs, noch einen Nachfolger benennen – viel zu tun haben dürfte der nicht mehr. Denn bei den Solaraktivitäten hat sich der Konzern gründlich vergaloppiert, die Aktivitäten werden heruntergefahren.

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Siemens hat in der Vergangenheit voll auf die Solarthermie gesetzt, bei der Sonnenlicht in Wärme und dann in Strom umgewandelt wird. Vor knapp vier Jahren kauften die Münchner für 284 Millionen Euro das israelische Unternehmen Solel – ein Fehlgriff wie man heute weiß. Die Technologie ist einerseits aufwendig; andererseits fiel in Krisenländern wie Spanien die Solarförderung weg.

Das Projekt Desertec, in das Siemens einst große Hoffnungen setzte, ist wegen der politischen Turbulenzen in Nordafrika mehr als gefährdet. Insgesamt verbuchte die Solarsparte bei Siemens zwischen Oktober und Dezember einen Verlust von 150 Millionen Euro. Für Solel sucht der Technologiekonzern seit Oktober nun einen Käufer – in diesen Zeiten vermutlich kein leichtes Unterfangen.

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