Solarbranche: Centrotherm ringt um Finanzierung

Solarbranche: Centrotherm ringt um Finanzierung

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Die Zentrale der Solartechnikfirma Centrotherm Photovoltaics in Blaubeuren. Der auf die Solarbranche spezialisierte Maschinenbauer hat Probleme mit seiner Finanzierung.

Quelle:Reuters

Die Pleitewelle in der Solarbranche bringt nun auch den schwäbischen Anlagenbauer Centrotherm in die Bredouille. Das Unternehmen muss Finanzprobleme einräumen. Die Aktien rauschen in den Keller.

Der einstige Börsenstar Centrotherm, der rund 1700 Mitarbeiter beschäftigt, räumte am Donnerstag Finanzprobleme ein und schickte damit seinen Aktienkurs auf Talfahrt. Der TecDax-Wert rauschte um 40 Prozent nach unten auf ein Rekordtief von 3,08 Euro. Vor einem Jahr wurden die Titel noch mit 32 Euro gehandelt.

LBBW-Analyst Erkan Aycicek schrieb in einem Kommentar, nach seinen Berechnungen hätten die liquiden Mittel des Unternehmens noch bis zum dritten Quartal gereicht, das Geld könnte nun aber schneller aufgezehrt sein als gedacht. Das Problem des einst erfolgsverwöhnten Konzerns ist die desaströse Finanzlage seiner Kunden aus der Solarbranche. Die schreiben infolge des Preisverfalls rote Zahlen oder gehen Pleite, entsprechend werden weniger neue Anlagen nachgefragt.

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Centrotherm hatte am Mittwochabend mitgeteilt, das Management verhandele mit seinen Banken, um die Geldversorgung sicherzustellen. Grundlage solle ein Sanierungsgutachten sein, das von einer Unternehmensberatung erstellt wird. „Vor dem Hintergrund der laufenden Finanzierungsgespräche mit den Banken können offene Kredit- und Avallinien bis auf Weiteres nicht mehr genutzt werden.“

Aufgrund der anhaltend schlechten Marktlage und der angespannten Finanzierungssituation versicherten Warenkreditversicherer Lieferungen an das Unternehmen künftig nicht mehr. „Auf Basis dieser Information erwartet der Vorstand einen negativen Liquiditätseffekt in einem niedrigen zweistelligen Euro-Millionenbetrag“, gab Centrotherm bekannt.

Finanzvorstand Thomas Riegler hatte bereits im Mai ein düsteres Bild gezeichnet. „Sollte sich nichts Grundlegendes ändern, bleibt 2012 ein schlechtes Jahr“, sagte er im Reuters-Interview. Die Finanzschwierigkeiten der Kunden sorgen bei Centrotherm zudem für weiteres Ungemach: Für eine bereits in Betrieb gegangene Anlage zur Produktion von Polysilizium blieb der Auftraggeber die Schlussrate bislang schuldig. Möglicherweise komme es zu einem Rechtsstreit über einen dreistelligen Millionenbetrag, hatte Riegler erklärt.

Nach einem Verlust im vergangenen Jahr hatte der Vorstand im März bereits die Reißleine gezogen: In Deutschland wurden 400 Stellen gestrichen, ein Werk soll geschlossen werden. Künftig soll wieder mehr Gewicht auf das angestammte Geschäft mit der Halbleiterindustrie gelegt werden. Auch im ersten Quartal schrieb die Firma, die zur Hälfte in der Hand der Gründerfamilie liegt, tiefrote Zahlen und verbuchte einen knapp 60-prozentigen Umsatzeinbruch. Der Auftragsbestand wurde mit 508 Millionen Euro beziffert.

Quelle:  Reuters
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