Das Wüstenstromprojekt wird allerdings nicht alle erfreuen. Denn alle Kleinanbieter und Ökos, die dachten, sie könnten mit Solarzellen auf dem eigenen Hausdach irgendwann die Macht der großen Energieversorger brechen, werden von den Desertec-Plänen entsetzt sein. Ihre Vision einer dezentralen Energieversorgung in den Händen von Verbrauchern und lokalen Ökostromanbietern ist dadurch in Gefahr. Denn das Wüstenstromprojekt funktioniert nur mit Megakraftwerken in den Händen der Energiekonzerne, die die Verbraucher über große Stromnetze versorgen.
Prompt hat sich der SPD-Linke, Energieexperte im deutschen Bundestag und Präsident des Verbandes Eurosolar, Hermann Scheer, an die Spitze der Kritiker von Desertec gesetzt. „Die großen Stromkonzerne wollen mit dem Projekt unbedingt ihr Anbietermonopol behalten“, wettert Scheer. Solarkraftwerke in Nordafrika taugten allenfalls zur lokalen Stromversorgung, nicht aber für den Stromexport. „Es ist merkwürdig“, hadert Scheer, „dass selbst Greenpeace das noch nicht verstanden hat.“
Wettbewerb drückt die Preise
Zugleich steckt hinter dem sich abzeichnenden Zoff über Desertec ein Wettkampf verschiedener Industrien: Produzenten solarthermischer Großkraftwerke in Wüsten gegen die Hersteller von Solarzellen auf deutschen Dächern. Angesichts neuer Techniken und extremen Wettbewerbs in der Branche werde schon 2013 der Strom aus der eigenen Solarzelle für den Verbraucher billiger als der Strom aus dem Netz, prognostiziert Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energie in Freiburg. „Dann wird man sich natürlich fragen, warum man eigentlich den Strom aus Afrika importieren muss.“
Mit Desertec ist das Wettrennen um die Energieversorgung der Zukunft und das große Geschäft rund um den Ökostrom endgültig eröffnet.














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Alle Kommentare lesen21.06.2010, 18:10 UhrAnonymer Benutzer: Keipax
Geil, aber...
1,2 Millionen Spiegel = 20 Kraftwerke = 50 Megawatt.
6 kleine Kernkraftwerk blöcke = 1 Kernkraftwerk = 6 000 Megawatt.
11.08.2009, 23:37 UhrAnonymer Benutzer: grassus
Geniale idee, jetzt fehlen nur die Umsetzer, an denen mangelt es in Deutschland schon seit einiger Zeit. Stelle mich zur verfügung, wenn hier unkonventionell vorgegangen wird bin im Kraftwerksbereich aktiv
30.07.2009, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Rene
Wir sind zwar mehr oder weniger wieder abhängig von anderen, in dem Falle den Staaten in Nordafrika und es weiß auch niemand wie größ die instanthaltungskosten sein werden, aber wenn ich mir überlege das sie mit ca 400 Mrd. 15% der EU bevölkerung mit Strom versorgen wollen (immerhin ca 75 Mrd.) das wären bei den Durchschnittlichen Verbrauchs und Strompreiswerten in Europa auf die 15% gerechnet 30,63 Mrd € jährlich wo ich denke das man das schon realisieren kann was fixkosten etc. angeht.