Solarenergie: Ende des deutschen Sonnenmärchens

KommentarSolarenergie: Ende des deutschen Sonnenmärchens

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Dünnschichtzellen: Strom spendende Fassaden werden attraktiver

Das deutsche Solarmärchen endet. Inzwischen kommen auch die technischen Neuerungen aus China. Die Branche liefert ein Lehrstück dafür, wie Übersubventionierung Innovationen blockiert.

Der Aufstieg der deutschen Solarindustrie ist eine der großen Erfolgsgeschichten. Lange konnten die Hersteller gar nicht so schnell produzieren, wie ihre Paneele verkauft wurden, Zehntausende neuer Arbeitsplätze entstanden. Und Q-Cells, Solarworld und Conergy gaben das Innovationstempo vor.

Mit den ersten Sonnenstrahlen dieses Jahres endet das deutsche Sonnenstrom-Märchen. Zwar erleben die Anbieter ein letztes Strohfeuer: Viele Hausbesitzer lassen sich angesichts der bald sinkenden Förderungen überstürzt eine Solaranlage auf das Dach schrauben. Doch schon jetzt gelten einstige Stars wie Q-Cells als schwer angeschlagen. Für Solon reicht die üppige indirekte Subventionierung über die Einspeisevergütung zum Überleben schon nicht mehr aus: Erst eine staatliche Bürgschaft konnte das Unternehmen retten – vorerst.

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Auch die übrigen deutschen Hersteller verlieren an Bedeutung: Eine Studie des Branchendienstes Photon zeigt, dass ihr weltweiter Marktanteil von 18,5 Prozent im Jahr 2008 auf 15 Prozent im Jahr darauf geschrumpft ist. 2010 soll der Anteil deutscher Zellen sogar auf zwölf Prozent sinken. Das ist ein Desaster für den solaren Möchtegern-Musterknaben. Denn weltweit boomt das Geschäft mit dem Sonnenstrom. Nun sind es immer öfter asiatische Unternehmen, die von deutschen Subventionen profitieren. Vor einem Jahr wies die WirtschaftsWoche auf diese Entwicklung hin. Die Reaktion der Branche auf die Kritik glich der einer radikalen Religionsgemeinschaft.

Solare Sensation aus China

Dabei ist der Abstieg der hiesigen Zellenhersteller nicht überraschend. Länger schon sind sie eher mit Geschacher um Subventionen aufgefallen als mit Ideen. Die aber bräuchten sie, um mit dem Tempo von Wettbewerbern wie Yingli aus China mithalten zu können. Die deutschen Anlagen sind nicht nur zu teuer. Sie werden oft mit veralteten Geräten hergestellt. Die Innovationen kommen derweil aus Asien: Der chinesische Hersteller Suntech etwa hat gerade eine Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 19 Prozent vorgestellt, eine Steigerung von fünf Prozent und eine kleine Sensation.

Die Solarindustrie ist durch Subventionen groß geworden. Keine Frage. Hätte man sie früher gesenkt, wäre die deutsche Technik heute vielleicht wettbewerbsfähig. Dazu fehlte jedoch die industriepolitische Weitsicht. Nun wird die Branche zu einem Lehrstück dafür, wie Übersubventionierung Innovationen blockiert. Das Schlimme daran: Die Geschichte hätte auch gut ausgehen können.

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