Solarindustrie: Branchenkrise prügelt SMA nieder

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Solarindustrie: Branchenkrise prügelt SMA nieder

von Mario Brück

Beim lange erfolgsverwöhnten Solartechnikkonzern SMA aus Niestetal brechen die Gewinne ein. Auch ein Verlust wird nicht mehr ausgeschlossen.

Bosch gibt auf, Solarworld taumelt, die chinesische Suntech ist pleite: der Solarmarkt bleibt in Aufruhr. Kein Wunder also, dass auch die Hersteller von Wechselrichtern nicht verschont bleiben. Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus Solarzellen in haushaltsüblichen Wechselstrom um und sind daher in jeder Solaranlage unverzichtbar. Dass es allerdings den Weltmarktführer SMA Solar aus Niestetal bei Kassel dermaßen arg beutelt, hatten selbst Experten nicht erwartet: Der Gewinn brach um fast 60 Prozent ein. Im laufenden Jahr schließen die Nordhessen selbst einen Verlust nicht mehr aus.

Das operative Ergebnis (EBIT) stürzte aufgrund von sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt um fast 60 Prozent auf 102 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 75 Millionen Euro übrig, rund 55 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Umsatz hielt sich dank eines gestiegenen Absatzes vergleichsweise robust und sank lediglich  um knapp 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro.

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Die Aussichten beurteilt das Management wenig optimistisch. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Vorstandschef Pierre Pascal Urbon das Umsatzziel von 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro. Operativ schließt Urbon einen Verlust jedoch nicht aus. Der Manager erwartet zwar eine Steigerung bei den neu installierten Leistungen von 31 auf 34 Gigawatt. Gleichfalls rechnet er jedoch auch mit weiterhin sinkenden Preisen.  

Um gegenzusteuern will Urbon daher die Kosten signifikant reduzieren. Dazu gehöre auch der Abbau von mindestens 500 der 5000 Stellen. Zudem plane er „weitere kurzfristige Personalmaßnahmen“.  Der rückläufigen Entwicklung in Europa soll mit einer forcierten Internationalisierung entgegen gewirkt werden.  Der Auslandsanteil stieg auf 56,3 Prozent von 53,6 Prozent im Vorjahr. Wachstumsimpulse seien zuletzt insbesondere von Nordamerika, Japan und Thailand ausgegangen, teilte das Unternehmen mit.

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In Südafrika und Chile gründete SMA neue Auslandstöchter. Anfang des Jahres übernahm SMA zudem 72,5 Prozent an Jiangsu Zeversolar New Energy, einem der führenden Wechselrichter-Hersteller in China. Die Produkte von Zeversolar seien speziell auf die Anforderungen des chinesischen Solarmarktes zugeschnitten, teilte SMA mit. Mit der Transaktion sichere sich SMA den Zugang zum Wachstumsmarkt China und baue damit seine Stellung als Weltmarktführer strategisch aus.

Verglichen mit den Solarmodul- oder Zellherstellern sowie den Solarmaschinenbauern steht SMA vergleichsweise komfortabel da. Während die Branche weltweit mit hohen Schulden, tiefroten Zahlen und Pleiten ringt, leistet sich SMA bei einer fast unveränderten Liquidität in Höhe von 446 Millionen Euro immerhin noch eine Dividendenzahlung.

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