Solarindustrie: Klare Abfuhr für Solarworld-Chef Asbeck

ThemaSolarenergie

Solarindustrie: Klare Abfuhr für Solarworld-Chef Asbeck

Bild vergrößern

Klare Abfuhr von Seiten Bosch Solar für den Solarworld-Chef Frank Asbeck

von Mario Brück

Rückschlag für Frank Asbeck im Feldzug gegen chinesische Wettbewerber: Bosch Solar unterstützt die von ihm angestoßene Koalition gegen vermeintliche Dumping-Praktiken der Chinesen nun doch nicht.

Ausgerechnet Bosch Solar, Europas größter Solarzellen- und -modulhersteller, schließt sich einer von Solarworld geplanten Petition bei der EU-Kommission in Brüssel nicht an. „Wir sind für einen offenen und auf Wachstum ausgerichteten Welthandel, in dem sich die besten Produkte und Lösungen durchsetzen sollen. Strafzölle sind mit Hinblick auf dieses Ziel kontraproduktiv. Wir werden uns nicht aktiv an einem entsprechenden Handelsschutzverfahren beteiligen,“ sagt Bosch-Solar-Chef Holger von Hebel. Diese Entscheidung sei Asbeck persönlich von Hebel mitgeteilt worden, erfuhr die WirtschaftsWoche.

In den vergangenen Tagen hatte es nach einem Interview mit Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach Verwirrungen gegeben. Fehrenbach hatte gesagt, er sei zwar ein Gegner von Einfuhrzöllen, aber wenn die Dinge so klar auf dem Tisch lägen wie bei der Fotovoltaik, sei die Politik gefordert. „Das ist klares Dumping. Da muss man eingreifen“, so Fehrenbach. Prompt wurden Fehrenbachs Aussagen zugunsten der Solarworld-Initiative interpretiert. „Bosch unterstützt Antidumping-Bemühungen von Solarworld“, titelte daraufhin das Fachmagazin Photovoltaik. „Die Äußerung von Herrn Fehrenbach wurden schlicht und ergreifend falsch interpretiert“, sagt eine Bosch-Sprecherin.

Anzeige

Wenige tatsächliche Strafen

Mit der klaren Abfuhr von Bosch Solar dürfte es für Solarworld schwerer werden, 25 Prozent der europäischen Zell- und Modul-Produktion hinter sich zu bringen. Dies gilt nach EU-Recht als Vorraussetzung für eine mögliche Klage. Welche Hersteller Solarworld für das Bündnis bisher gewinnen konnte und wann die Petition eingereicht wird, dazu wollte sich ein Solarworld-Sprecher „aus Vertraulichkeitsgründen“ nicht äußern. Mit einer ähnlichen Klage gegen unlautere staatliche Hilfen für die chinesischen Solarkonzerne war die US-Solarworld-Tochter in Übersee erfolgreich. Das Handelsministerium in Washington verhängte Strafzölle auf chinesische Fotovoltaik-Produkte von bis zu 250 Prozent. Die Entscheidung ist vorläufig.

weitere Artikel

Die Analysten des US-amerikanischen Marktforschers IHS iSuppli gehen nicht davon aus, dass eine Klage, wie sie die US-Tochter von SolarWorld in den USA erfolgreich durchgezogen hat, in Europa ebenso verlaufen würde. Wie IHS iSuppli kürzlich mitteilte, sei es unwahrscheinlich, dass eine Klage in Europa die gleichen Konsequenzen wie in den USA hätte. In Europa dürfte eine mögliche Klage nicht erfolgreich sein, so IHS iSuppli, da hier höhere Standards gelten, als in den USA. Selbst ein Erfolg dürfte nicht zu der erwarteten Erhebung von Strafzöllen führen, so dass der europäische Markt für die Hersteller hier weniger Risiken birgt. IHS iSuppli verweist zudem auf die Vergangenheit, wo die EU deutlich seltener Klagen gegen chinesische Hersteller erhoben hatte, als die USA. Zudem haben nur wenige auch tatsächlich Strafen nach sich gezogen.

Die strengeren Gesetze der EU verlangen, dass nachweislich Interessen der Industrie in der EU von externen Unternehmen verletzt werden. Zudem muss nachgewiesen werden, dass Strafen nicht gegen die Interessen der EU verstoßen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%