Solarindustrie: Solarworld weitet Verlust aus

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Solarindustrie: Solarworld weitet Verlust aus

Solarworld rutscht noch tiefer in die roten Zahlen: Der Umsatz ist eingebrochen, der Verlust hat sich nach rund 307 Millionen Euro in 2011 auf 477 Millionen ausgeweitet. Schuld sind vor allem Dumpingpreise aus China. Die EU-Kommission droht mit Strafzöllen.

Die Bonner Solarworld AG hat das vergangene Jahr mit Horrorzahlen abgeschlossen: Unter dem Strich habe ein Verlust von 476,9 Millionen Euro im Konzern nach 307,1 Millionen Euro 2011 gestanden, teilte das Unternehmen mit. Der Konzernumsatz brach wegen eines massiven Preisrückgangs um 42 Prozent auf 606 Millionen Euro ein. Gründe seien die rückläufige Absatzmenge und der massive Preisrückgang um 40 Prozent auf den internationalen Solarmärkten. Schuld sind vor allem auch die Dumpingpreise aus China.

Solarmodulhersteller Solarworld immer stärker in Bedrängnis

„Gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten“ sollen Abhilfe schaffen.

Ein Solarworld-Mitarbeiter prüft ein Photovoltaikmodul. Quelle: dapd

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Dabei wird die Kasse immer leerer: Die flüssigen Mittel des Unternehmens sanken von 553,5 Millionen Euro am 31. Dezember 2012 auf 224,1 Millionen Euro. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen bezifferte Solarworld auf netto 176,1 Millionen Euro. Der Fehlbetrag in der Bilanz, der nicht durch Eigenkapital abgedeckt ist, liegt den Angaben zufolge zum Stichtag 31. Dezember 2012 bei 38 Millionen Euro. Solarworld berät derzeit mit Banken und Gläubigern über einen Weg aus der Krise. Das Unternehmen hatte Mitte April erklärt, das Kapital seiner Aktionäre komplett verloren zu haben. Solarworld ächzt unter einer Schuldenlast von über einer Milliarde Euro.

Die mit Milliarden geförderte deutsche Solarbranche hatte im vergangenen Jahr infolge des erbitterten Preiskampfes mit asiatischen Wettbewerbern einen beispiellosen Niedergang erlebt. Zahlreiche Unternehmen gingen Pleite, darunter auch der einstige Branchenführer Q-Cells. Chinesische Hersteller von Solarglas profitieren laut EU-Kommission von umfangreichen Subventionen. Die EU gab jüngst im Amtsblatt das bereits angekündigte Anti-Dumping-Verfahren zum Import von Solarglas aus China bekannt und nannte detaillierte Vorwürfe. Es drohen Strafzölle.

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Es lägen Beweise vor, dass Chinas Solarindustrie staatliche Subventionen erhalte, "und den Empfängern daraus ein Vorteil erwächst", heißt es im Amtsblatt. Die Subventionen seien "spezifisch und anfechtbar". Dazu zählten verbilligte Kredite, Ausfuhrbürgschaften, Zuschüsse und Steuerbefreiungen. Das Verfahren beruht auf einer Beschwerde der europäischen Herstellerinitiative EU ProSun Glass. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hat die deutsche Solarbranche seit Anfang 2012 mehr als ein Drittel ihrer Betriebe verloren. Demnach gab es im Februar dieses Jahres nur noch 21 Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen in Deutschland.

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