Solarstreit mit China: Hohe EU-Strafzölle für chinesische Billig-Solarpaneele in Kraft

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Solarstreit mit China: Hohe EU-Strafzölle für chinesische Billig-Solarpaneele in Kraft

Den Streit um Billig-Solarpaneele haben die EU und China beigelegt. Doch nicht alle chinesischen Hersteller machen mit. Für unkooperative Firmen wird der Export nach Europa nun teuer.

Für chinesische Solarpaneele zu Dumping-Preisen werden seit Dienstag hohe EU-Strafzölle fällig. An diesem Tag sind Zölle zwischen 37,3 und 67,9 Prozent in Kraft getreten - die genaue Höhe hängt vom Unternehmen ab. Verschont bleiben Firmen, die sich an einen Ende Juli zwischen der EU und China ausgehandelten Mindestpreis von 56 Cent pro Watt halten.

Bis zu einem Drittel der chinesischen Exporteure will sich allerdings nicht auf die Einigung einlassen. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2015 für eine maximale Importmenge von sieben Gigawatt pro Jahr.

Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.


Anfang Juni hatte die EU-Kommission den Druck mit vorübergehenden Strafzöllen von durchschnittlich 11,8 Prozent erhöht. Wenn sich Brüssel und China nicht geeinigt hätten, hätte die planmäßige Erhöhung der Zölle praktisch alle chinesischen Solarpaneele-Hersteller getroffen, die in die EU exportieren. Insbesondere die Bundesregierung hatte immer wieder vor einem Handelskrieg gewarnt.

Nach Einschätzung der europäischen Brancheninitiative EU ProSun schafft der Kompromiss die Probleme allerdings nicht aus der Welt: Der Mindestpreis von 56 Cent liege unter den Produktionskosten in China, erklärte EU ProSun. Der Verband will die Einigung deshalb vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg bringen.

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Solarbranche EU-Staaten lehnen Strafzölle gegen China ab

Peking wehrt sich gegen die drohenden EU-Strafzölle auf Solarzellen. Auch Deutschland und viele andere EU-Staaten lehnen die Zölle ab. Frankreich und Italien dagegen befürworten die Handelshindernisse.

Chinas Solarhersteller machen Front gegen Strafzölle der EU. Quelle: dpa


An diesem Mittwoch dürften die EU und China einen weiteren handelspolitischen Streitpunkt abhaken: Dann will die EU-Kommission vorläufige Untersuchungsergebnisse zu möglichen Subventionen des chinesischen Staates für seine Solarpaneele-Hersteller vorstellen. Die Regierung in Peking steht im Verdacht, durch unerlaubte staatliche Unterstützung die Billigpreise mit ermöglicht zu haben.

Nach der Einigung im Dumping-Streit hatte ein EU-Mitarbeiter allerdings bereits erklärt, die EU-Kommission werde wohl von Sanktionen absehen, selbst wenn sie unerlaubte staatliche Unterstützung feststellen sollte. Denn nach der Einigung im Dumping-Streit ist die europäische Industrie nach Einschätzung der EU-Kommission vor Schaden durch zu billige Importe geschützt.

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