Solarstrom aus der Wüste: Chinesen interessieren sich für Desertec

Solarstrom aus der Wüste: Chinesen interessieren sich für Desertec

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Solarstrom aus der Sahara - ein gigantisches Potenzial auch für die europäische Stromversorgung.

In das Wüstenstromprojekt Desertec kommt neuer Schwung. Erstmals meldet ein chinesisches Unternehmen Interesse an - auch die beteiligten Regierungen treiben das Projekt voran.

Das chinesisches Unternehmen State Grid Corporation of China (SGCC) prüft eine Beteiligung am Wüstenstromprojekt Desertec. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Der Vorstoß sei allerdings bei den Projektpartnern umstritten. Auch der amerikanische Solarmodulhersteller First Solar - einer der größten Hersteller weltweit - will dem Bericht zufolge Gesellschafter des Desertec-Industrie-Konsortiums DII werden. First Solar habe derzeit den Status als assoziierter Desertec-Partner. Die Unternehmen wollten sich laut Zeitung dazu nicht äußern.

Im Desertec-Projekt engagieren sich unter anderem die Stromkonzerne RWE und E.On, aber auch ABB, Munich Re, Schott Solar, die Deutsche Bank sowie Deutschland, Spanien, Marokko, Frankreich, Italien und Spanien. Auch die EU fördert das Projekt. Ziel der Gesellschafter und Kooperationspartner, die im Konsortium Dii Derstec Industrial Initiative unter Führung von Paul van Son, organisiert sind, ist es bis 2050 Europa mit Sonnenstrom aus der Sahara zu versorgen.

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Die wichtigsten Akteure des Sahara-Stromprojekts Desertec. Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.

Zuletzt stritten sich jedoch Investoren und Großkonzerne, wie das Projekt realisiert werden solle, wer welche Kosten tragen und wer welche Rechte erhalten solle. Siemens kündigte gar an, aus dem Projekt auszusteigen. Der Konzern hat kürzlich bekannt gegeben, sich aus dem Solargeschäft zurückzuziehen. Doch nicht nur die beteiligten Konzerne auch die beteiligten Länder sind sich in vielen Punkte uneinig.

Allein unumstritten ist der Prestigecharakter und das Potenzial des gigantischen Projekts: Eine im Juni veröffentlichte Studie des Dii skizziert ein über den Nahen Osten, Nordafrika und Südeuropa verteiltes Netz aus Wind- und Solaranlagen, das bis 2050 bis zu 20 Prozent der Stromversorgung in Europa stemmen könnte. Die nötigen Investitionen dafür werden allerdings im dreistelligen Milliardenbereich geschätzt. Dafür würde Europa aber auch pro Jahr 33 Milliarden Euro sparen, rechnet die Studie vor. Der Grund seien Synergieeffekte des gigantischen Systems und günstige Stromerzeugungskosten in der Wüste.

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Bisher geht es nur um die Finanzierung des Solarthermie-Werks in der marokkanischen Wüste mit einer Kapazität von 150 Megawatt Elektrizität. Bei dieser Technologie treibt mit Spiegeln gebündelte Sonnenenergie Turbinen zur Stromerzeugung an. Kostenpunkt: 600 Millionen Euro. Die Regierungen Europas und Nordafrikas scheinen das Projekt nun voranzutreiben. In der vergangenen Woche berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über ein geplantes Abkommen zwischen Deutschland, Frankreich, Italien, Marokko und Spanien. Nach Informationen des Blatts solle bereits im November eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Im ersten Halbjahr 2013 solle, so die Zeitung weiter, ein Regierungsabkommen dieser und eventuell weiterer Ländern folgen.

Zwischen 2014 und 2016 sollen die ersten drei Desertec-Pilotprojekte in Marokko entstehen. So plane ein vom Essener Energiekonzern RWE geleitetes Konsortium den Bau eines Windparks und einer Photovoltaik-Solaranlage, die das Licht der Sonne über Solarzellen direkt in Strom verwandelt. Die Kraftwerke sollen laut einem Dii-Sprecher eine Stromerzeugungskapazität von je 50 Megawatt haben. RWE sei derzeit noch in Verhandlungen mit potenziellen Partnern, die sich an den Projekten beteiligen wollen, sagte eine Sprecherin der RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy. Die Firma macht jedoch noch keine Angaben über die anvisierten Ausgaben für die Projekte.

Mit Material von Reuters

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