_

Solarstrom: Neuregelung der Solarförderung verfehlt ihre Wirkung

von Dieter Dürand

Die Novelle der Sonnenstromförderung sollte die Milliardensubventionen für die Solarbranche begrenzen. Doch durch ein Schlupfloch bringt die Änderung statt einer Entlastung neue Kosten.

Wohnhaus mit Sonnenkollektoren Quelle: AP
Wohnhaus mit Sonnenkollektoren auf den Dächern Quelle: AP

Eigentlich sollte die Kürzung der Einspeisevergütung den Subventionswahn bei Solarstrom beenden. Das versprach Umweltminister Norbert Röttgen. Um 16 Prozent senkt er die Hilfen von Sommer an, was Haushalte ermuntern wird, ihren Solarstrom selbst zu verbrauchen. Doch nun errechneten Experten des Freiburger Öko-Instituts und des Branchendiensts Photon, dass die Kürzung normalen Stromkunden und öffentlichen Kassen durch die Hintertür neue Milliardenlasten aufbürdet. Demnach kostet jede Kilowattstunde selbst genutzten Sonnenstroms die Allgemeinheit künftig rund 31,5 Cent. Würde die Energie eingespeist, lägen die Kosten bei rund 28 Cent. Die Zusatzkosten entstehen vor allem durch Einnahmeausfälle.

Anzeige

Sind doch für selbst verbrauchten Solarstrom weder Stromsteuer noch Netzentgelte oder Konzessionsabgaben an die Kommunen fällig. Werden bis Ende nächsten Jahres nur fünf Gigawatt zusätzliche Solarkapazitäten auf deutschen Dächern installiert, belastet das den Rest der Republik in den nächsten 20 Jahren um zusätzliche zwei Milliarden Euro. Dabei rechnen Branchenkenner sogar mit deutlich mehr neuen Dachkraftwerken. Öko-Institut-Experte Felix Matthes befürchtet zudem eine stärkere Belastung der Stromnetze. Sein Urteil über die Neuregelung der Solarförderung: „Energiepolitischer Blödsinn.“

19 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.04.2010, 16:15 UhrNicolo

    Zu dem o.g. Ergebnis kommt man nur, wenn man dem eingespeisten Strom einen relativ hohen Marktwert beimisst (in diesem Fall 8 Cent / kWh). bisher wurde von interessierter Seite [bDEW] immer bestritten, dass Solarstrom einen vergleichbar hohen Marktwert besitzt?! bei einem niedrigeren Wert ist die Eigenverbrauchslösung volkswirtschaftlich klar im Vorteil! Quad erat demonstrandum!

  • 09.04.2010, 01:34 Uhrwhatever

    @Thomas Lessing... also ich bin absolut pro regenerative Energie eingestellt, aber das, was die Photovoltaikbranche im Moment macht, schadet erstens der gesammten Green Energy bewegung und zweitens wahrscheinlich auch der Umwelt. Ersteres weil es den Staat und alle seine bürger über die Maßen teuer zu stehen kommt, was auffällt wenn man mit anderen regenerativ erzeugten Energien vergleicht, was eine schlechte Stimmung erzeugt. Der Umwelt schadet es sehr wahrscheinlich, weil zur Erzeugung von Photovoltaikmodulen Unmengen von Energie erstmal verbraucht werden, und die kommen leider nicht aus regenerativen Quellen, sondern aus Atomkraftwerken. Die Frage ist also ob diese Module jemals wieder die Energie erzeugen können die sie zu ihrer Erzeugung gekostet haben. Dazu kommt, das in einnigen Varianten von Solarzellen hoch giftige Substanzen verwedet werden, von denen noch niemand weiß wo die hingehen wenn die Module am Ende ihrer Leistungskurve angekommen sind. bei wieder anderen Varianten von Modulen kommen Stoffe zum Einsatz von denen unser Globus leider nur einige tausend Tonnen beherbergt, was nicht viel ist und dessen Ausbeutung wieder Unmengen von Energie kostet.
    Aus diesen Gründen ist die Photovoltaiktechnik nur in extrem abgelegenen Gegenen sinnvoll, aber nicht in Mitteleuropa und in diesen industriellen Maßstäben. Die Kohle die sich da einige Möchtegern Ökos in die Tasche wirtschaften, die könnte auch direkt in die Forschung gepumpt werden um eventuell mal Zellen zu entwickeln die Leistungsgrade von über 50% erreichen. im Moment sind sie mit hängen und würgen bei 20% angekommen.

    Wie gesagt nicht falsch verstehen, ich bin für regenerative Energien, aber nur wenn sie der Umwelt auch helfen und sie nicht weiter in Schieflage versetzen.

    Auf meinen Titel verzichte ich an dieser Stelle mal.

  • 09.04.2010, 01:23 UhrHoschi

    Die Subvention hätte stärker gekürzt werden müssen. Die momentane Sub. kostet ein Heiden-Geld. Es sind schon deutlich mehr solaralagen installiert, als vor Jahren prognostiziert und erhofft. Eien boomenten Markt muss man kein Geld mehr hinterherschmeißen.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Individueller Twitter-Trailer aus animierten Tweets, Fotos & Videos
Individueller Twitter-Trailer aus animierten Tweets, Fotos & Videos

Mit wenigen Mausklicks ermöglicht ein neuartiges Tool die Erstellung eines kurzen Clips aus eigenen Tweets und Bildern....

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.