Solarstromförderung: Was das neue EEG bringt

Solarstromförderung: Was das neue EEG bringt

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Die Solaranlage auf dem Dach ist auch bei den jetzt beschlossenen niedrigeren Einspeisevergütungen noch attraktiv.

von Rebecca Eisert

Die Solarstromvergütung wird zum 1. April deutlich gesenkt. Worauf sich Solaranlagenbesitzer nun einstellen müssen und warum sich eine Neuanlage noch immer lohnt.

Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen wird zum 1. April 2012 abgesenkt und damit an die massiv gesunkenen Anlagenpreise angepasst. So will Berlin die „bestehende Überförderung“ abbauen. Seit Ende 2010 bis Anfang 2012 sind die Kosten für die Photovoltaik-Anlagen um mehr als 30 Prozent gefallen.

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Wer sich eine Solaranlage aufs Dach bauen ließ, hatte also deutlich geringer Investitionskosten als noch vor zwei Jahren, profitierte aber von einer verhältnismäßig hohen Einspeisevergütung. Das Ministerium zieht die nach dem geltenden EEG zum 1. Juli 2012 geplante Absenkung von 15 Prozent vor und senkt darüber hinaus die Vergütung um rund ein bis drei Cent pro kWh zusätzlich ab. Für Solarstromanlagen, die ab Januar 2012 ans Netz gegangen sind, gelten bisher folgende Einspeisevergütung:

AnlagengrößeVergütung 2012
bis 30 kWp (Dach)24,43Cent/kWh
über 30 kWp (Dach)23,23 Cent/kWh
über 100 kWp21,98 Cent/kWh
über 1MWp (Freiflächen)17,94 Cent/kWh

Das neue Förderschema

Die Vergütungssätze ändern sich so:

  • Kleine Dachanlagetypen bis 10 kWp: 19, 5 Cent/kWh

  • Mittlere Dachanlagetypen von 10 kWp bis 1 MWp: 16,5 Cent/kWh

  • Große Freiflächenanlagentypen von 1 MWp bis 10 MWp: 13,5 Cent/kWh

Starttermin etwas später als zunächst geplant

An den Plänen der Minister Röttger und Rösler hatten die Solarbranche kritisiert, dass Privatleuten und Unternehmen, die sich in der Planungsphase für eine Solaranlage befinden, zu wenig Zeit bliebe, um ihre Anlagen noch vor der Einführung der geringeren Einspeisevergütung in Betrieb zu nehmen. Sie hätten auf die Absenkung zum 1. Juli vertraut und würden von den Plänen kalt erwischt. Ein erstes Opfer der Kürzung war Solarhybrid. Der Solarparkbauer hatte sich zu stark auf großflächige lukrativ geförderte Anlagen in Deutschland konzentriert.

Die Regierung hat auf die Kritik der Solarverbände reagiert. Dem Vertrauensschutz würde mit der neuen Regelung umfassend Rechnung getragen, hieß es aus dem Ministerium. Jetzt gelten folgende Regelungen:

  • Große Dachanlagen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn vor dem 24. Februar 2012 ein Netzanschlussbegehren gestellt wurde und die Inbetriebnahme bis 30. Juni 2012 erfolgt.
  • Anlagen auf Freiflächen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn ein Planungsverfahren vor dem 1. März 2012 begonnen wurde (z.B. Aufstellungsbeschluss bei B-Plan-Verfahren) und die Inbetriebnahme bis 30. Juni 2012 erfolgt.
  • Anlagen auf Konversionsflächen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn sie bis zum 30. September 2012 in Betrieb genommen werden.
  • Für kleine Dachanlagen gelten die neuen Regeln ab 1. April, und prinzipiell ab dem Tag der Inbetriebnahme. Ursprünglich sollte es der 9. März sein. Private Hausbesitzer konnten in den vergangenen Wochen nur hoffen, dass ihre geplante Anlage noch rechtzeitig fertig wird, um vom alten, höheren Tarif zu profitieren.

Abschläge künftig monatlich statt jährlich

Der so genannten „atmende Deckel“ wird weiterentwickelt. Damit ist die fortschreitende Anpassung der Einspeisevergütung je nach Höhe der neu installierten Menge an Solaranlagen gemeint. Auch hier ändert sich etwas. Künftig wird die Degression der Einspeisevergütung nicht mehr jährlich, sondern monatlich umgestellt. Damit will die Regierung vermeiden, dass Häuslebauer - wie bisher zu beobachten war - jeweils vor der nächsten Kürzungsrunde zubauen, um vom besseren Einspeisesatz zu profitieren. Berlin wäre es dagegen lieb, wenn sich der Ausbau verstetigte.

Die Basisdegression beträgt 1 Prozent pro Monat und damit (abgezinst) 11,4% im Jahr. Der monatliche Abschlag erhöht sich, wenn der Zielkorridor für den Solarflächenausbau überschritten wird und beträgt maximal 2,8 Prozent im Monat bzw. 29 Prozent im Jahr, wenn mehr als 7.500 Megawatt im Jahr installiert werden.

Im Gegensatz zum bisherigen "atmenden Deckel", der selbst bei stagnierendem Ausbau eine Verringerung der Vergütungssätze vorsah, wird beim neuen „atmenden Deckel“ bei deutlicher Unterschreitung des Zielkorridors die Degression ausgesetzt bzw. die Vergütungssätze sogar erhöht.

Neues Marktintegrationsmodell

Statt wie bisher 100 Prozent, erhalten Besitzer kleinen Dachanlagen nur noch für 80 Prozent  ihres Stroms den garantierten Einspeisevergütungssatz. Bei mittelgroßen Anlagen sind es 90 Prozent. Die restlichen 20 bzw. 10 Prozent der erzeugten Solarstrommenge können entweder selbst verbraucht oder direkt vermarktet werden.

Eigener Strom günstiger als eingekaufter

Für einen durchschnittlichen Haushalt ist ein Eigenverbrauchsanteil von 20 Prozent realistisch und lohnt sich bereits jetzt. Der Anlagenbetreiber spart die Kosten für den Haushaltsstrompreis in Höhe von 23 ct/kWh, das ist attraktiver als die EEG-Vergütung in Höhe von 19,5 ct/kWh. Große Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW erhalten weiterhin 100 Prozent der eingespeisten Strommenge vergütet. Freiflächenanlagen bis 10 MW werden ebenfalls zu 100 Prozent vergütet. Das sogenannte „Marktintegrationsmodell“ wird damit auf Anlagen beschränkt, für die ein Eigenverbrauch oder eine Direktvermarktung sinnvoll möglich sind.

Nach wie vor lohnend

Weitere Links

Für Hausbesitzer, die nach dem 1. April eine Solarzellen installieren möchten, lohnt sich die Anlage nach wie vor. Holger Krawinkel vom Verbrauchzentrale Bundesverband (VZBV) beruhigt: „Man kann völlig gelassen bleiben.“ Selbst wenn die Einspeisvergütung nur 15 Cent pro kWh betrüge, so der Fachmann, läge die Rendite einer Dachanlage noch bei fünf bis sieben Prozent.

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