Solarthermische Kraftwerke: Wärmespeicher macht Solarenergie konkurrenzfähig - Seite 2

Solarthermische Kraftwerke: Wärmespeicher macht Solarenergie konkurrenzfähig

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Zusatzstrom in Spitzenzeiten

Das Interesse an Wärmespeichern ist groß. Allein in Spanien sind 17 solarthermische 50-Megawatt-Kraftwerke im Bau. Jedes von ihnen braucht einen Wärmespeicher. Hinzu kommen je eine Anlage in Ägypten und Abu Dhabi und zahlreiche andere, die in Nordafrika, dem Nahen Osten und in den USA geplant sind. Nach jetzigem Stand sollen alle Anlagen, für die Wärmepuffer vorgesehen sind, Salzspeicher bekommen. Doch Tamme und Züblin hoffen, dass sich der eine oder andere Bauherr noch umstimmen lässt. Verlockend ist die Kosteneinsparung, die Tamme vorsichtig auf 5 bis 15 Prozent beziffert. Salzspeicher kosten bis zu 50 Millionen Euro. Und sie verlängern nicht nur die Laufzeiten der Kraftwerke bis tief in die Nacht. Sie erhöhen auch ihre Wirtschaftlichkeit. In Spitzenverbrauchszeiten, wenn Energie besonders teuer ist, können sie zusätzlichen Strom erzeugen.

Die neuen Speicher von DLR und Züblin sollen spätestens mit den solarthermischen Kraftwerken der nächsten Generation ihren Durchbruch erleben. Diese erreichen deutlich höhere Temperaturen als die heute üblichen 400 Grad. Um diese Wärme effizienter zu puffern, haben DLR und Züblin einen dreistufigen Speicher entwickelt. Die erste und letzte Stufe sind aus Beton, die mittlere ist ein spezieller Salzspeicher, dessen Füllung nicht dauerhaft erstarrt. Im Vergleich zu den herkömmlichen Wärmespeichern ist das neue System erheblich kleiner, billiger und hat geringere Energieverluste.

Von der Testanlage zur Serienreife

Diese Technik wird in der Nähe der spanisch-deutschen Solarforschungsanlage Plataforma Solar de Almeria im Süden Spaniens erstmals getestet. Auf dem Gelände eines Kohlekraftwerks des Versorgers Endesa wird dafür eine Parabolrinnenanlage der zweiten Generation errichtet. Statt Öl strömt Wasser durch die Rohre in der Brennlinie der Spiegel. Die konzentrierte Sonnenwärme lässt es verdampfen. Die Temperatur erreicht 500 Grad und mehr. Das DLR, das auch die Forschung in Almeria betreibt, und Endesa wollen die Testanlage, die ein großes solarthermisches Kraftwerk simuliert, dort zur Serienreife führen.

In Zukunft wird solare Wärme in chemischer Form gespeichert. Das ist vergleichbar mit Kalk, der sich beim Vermischen mit Wasser erhitzt – die frei werdende Wärme war zuvor beim sogenannten Brennen aufgewandt worden. Die DLR experimentiert derzeit mit Kalziumhydroxid, das sich beim Erhitzen in Kalzium und Wasserdampf spaltet. Getrennt gespeichert werden beide Materialien vermischt, wenn die Wärme wieder gebraucht wird.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.05.2010, 22:29 UhrAnonymer Benutzer: Cashcruiser

    Anscheinend ist hier mind. ein Atom-Lobbyist am Werke, der meint, die Menschen im Steinzeitalter zu belassen. Tschernobyl war immer schon sicher bei der Atomspaltung und die deutschen Atomkraftwerke müssen ja immer nur zum Spass abgeschaltet werden ...
    Da träumen noch einige von alten Zeiten Kohls mit blühenden Landschaften ...
    Der einzige Weg sind klimaneutrale Resourcen, wie Solarenergie und Windenergie gepaar mit Wasserstoff und weiteren Kleinigkeit, die in den Schubladen der Ölmultis warten, bis das schwarze Gold zu Ende geht und man feststellen wird, dass immer das Geld regiert und nicht die Vernunft - Schade !

  • 03.08.2009, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: Irwin Hoverboss

    ...also wenn ich diese Artikel hier lese frage ich mich, ob wir noch in der Steinzeit leben! Wer die Chancen hier fuer die Zukunft nicht erkennt, der ist hoffentlich schon ueber 60 Jahre und wird sich dann auch nicht mehr damit beschaeftigen muessen. in dieser Technik liegt der Fortschritt und "Atomenergie!", ...gefaerlicher, teurer und umweltschaedlicher gehts wohl kaum noch! Aber irrgend Jemand muss wohl noch das Rad erfinden um uns aus der Steinzeit zu holen.

  • 17.04.2009, 17:22 UhrAnonymer Benutzer: vandale6906

    Hallo Minstrel,

    Sie sollten vielleicht einen blick auf das Hauptproblem der Solarenergie werfen. Die Energiedichte der Sonneneinstrahlung ist auf unserem Planeten zu gering um diese sinnvoll industriell nutzen zu koennen. Das ist aehnlich wie das Gold im Rhein, es gibt davon reichlich, lediglich ist die Konzentration zu gering um wirtschaftlich nutzbar zu sein.
    Die Wirkungsgraddiskussion und die Diskussion um den richtigen Standort ist daraus abgeleitet. Hier in der arabischen Wueste ist die Sonneneinstrahlung etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Wenn man dies mit einer Erhoehung des realen Wirkungsgrads von knapp 10% auf etwa 150%!! verbindet, ist die Solarenergie interressant.

    Die idee Solarenergie industriell zu nutzen ist nicht technisch/wirtschaftlichen Sachverstand geschuldet sondern Teil einer seltsamen, destruktiven Religion.

    Vandale

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