_

Solarthermische Kraftwerke: Wärmespeicher macht Solarenergie konkurrenzfähig

von Wolfgang Kempkens

Erst wenn Solarkraftwerke rund um die Uhr Energie liefern, können sie herkömmliche Stromerzeuger ersetzen. Gewaltige Wärmespeicher lassen Solarkraftwerke auch bei Dunkelheit und Wolken laufen.

Strom fast rund um die Uhr: Solarkraftwerk mit Wärmespeicher
Strom fast rund um die Uhr: Solarkraftwerk mit Wärmespeicher

Spanier treffen sich erst lange nach Sonnenuntergang zum Abendessen. Dann nehmen sie ihre Küchengeräte in Betrieb – und bis tief in die Nacht hinein beleuchten Gastwirte ihre Restaurants und Bodegas. Für die Kraftwerke des Landes bedeutet das höchste Auslastung und für die Energiekonzerne eine enorme Herausforderung. Kein anderes Land betreibt mehr Solarkraftwerke. Tagsüber wird Spanien zu etwa fünf Prozent mit Solarstrom versorgt. Doch abends gibt es lediglich Kohle- und Atomstrom.

Anzeige

Erst wenn Solarkraftwerke rund um die Uhr Energie liefern, können sie herkömmliche Stromerzeuger ersetzen. Die südspanische Region Andalusien ist dabei nun einen gewaltigen Schritt vorangekommen. Seit wenigen Monaten betreiben die Südspanier das solarthermische 50-Megawatt-Kraftwerk Andasol I mit Wärmespeicher. Zwei weitere baugleiche Anlagen gehen bis 2011 in Betrieb.

In solarthermischen Kraftwerken wird tagsüber mithilfe des Sonnenlichts eine Flüssigkeit erhitzt, die Wasser in Dampf umwandelt. Dieser treibt einen Turbogenerator an, der Strom erzeugt. Andasol I und andere neuere Anlagen sind mit Speichern ausgestattet, die einen Teil der Wärme tagsüber aufnehmen und nachts oder bei bewölktem Himmel abgeben.

Die Wärmespeichertechnik ist noch ausbaufähig

Die Andasol-Anlagen etwa verfügen über jeweils zwei gigantische Speicher, in denen 57.000 Tonnen flüssiges Nitritsalz auf bis zu 400 Grad Celsius aufgeheizt werden. Um die gespeicherte Wärme nachts in Strom umzuwandeln, wird eine Flüssigkeit durch das Salz geleitet. Diese erhitzt sich und erzeugt Dampf, der den Turbogenerator antreibt.

Technik mit Tücken

Die Technik der Wärmespeicher in den innovativen spanischen Kraftwerken bereitet den Experten allerdings noch Probleme. Salzspeicher haben „ihre Tücken“, sagt Rainer Tamme vom Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart. Sinkt ihre Temperatur unter 240 Grad Celsius, wird das Salz fest und die Anlage ist irreparabel zerstört. Deshalb arbeiten Forscher in Deutschland und Spanien an Alternativen.

Gemeinsam mit dem Stuttgarter Baukonzern Züblin entwickelt Tamme einen Wärmespeicher aus Beton. Statt durch flüssiges Nitritsalz wird in diesen Anlagen das erhitzte Wasser durch einen neun Meter langen Betonklotz geleitet, der ein Volumen von 18 Kubikmeter hat. Um die Wärme auszukoppeln, wird später Wasser durch die Rohre geleitet.

Lesen Sie auf Seite 2, warum sich die deutschen Hersteller von Wärmespeicher gute Chancen für ihre Technik ausrechnen

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.05.2010, 22:29 UhrAnonymer Benutzer: Cashcruiser

    Anscheinend ist hier mind. ein Atom-Lobbyist am Werke, der meint, die Menschen im Steinzeitalter zu belassen. Tschernobyl war immer schon sicher bei der Atomspaltung und die deutschen Atomkraftwerke müssen ja immer nur zum Spass abgeschaltet werden ...
    Da träumen noch einige von alten Zeiten Kohls mit blühenden Landschaften ...
    Der einzige Weg sind klimaneutrale Resourcen, wie Solarenergie und Windenergie gepaar mit Wasserstoff und weiteren Kleinigkeit, die in den Schubladen der Ölmultis warten, bis das schwarze Gold zu Ende geht und man feststellen wird, dass immer das Geld regiert und nicht die Vernunft - Schade !

  • 03.08.2009, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: Irwin Hoverboss

    ...also wenn ich diese Artikel hier lese frage ich mich, ob wir noch in der Steinzeit leben! Wer die Chancen hier fuer die Zukunft nicht erkennt, der ist hoffentlich schon ueber 60 Jahre und wird sich dann auch nicht mehr damit beschaeftigen muessen. in dieser Technik liegt der Fortschritt und "Atomenergie!", ...gefaerlicher, teurer und umweltschaedlicher gehts wohl kaum noch! Aber irrgend Jemand muss wohl noch das Rad erfinden um uns aus der Steinzeit zu holen.

  • 17.04.2009, 17:22 UhrAnonymer Benutzer: vandale6906

    Hallo Minstrel,

    Sie sollten vielleicht einen blick auf das Hauptproblem der Solarenergie werfen. Die Energiedichte der Sonneneinstrahlung ist auf unserem Planeten zu gering um diese sinnvoll industriell nutzen zu koennen. Das ist aehnlich wie das Gold im Rhein, es gibt davon reichlich, lediglich ist die Konzentration zu gering um wirtschaftlich nutzbar zu sein.
    Die Wirkungsgraddiskussion und die Diskussion um den richtigen Standort ist daraus abgeleitet. Hier in der arabischen Wueste ist die Sonneneinstrahlung etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Wenn man dies mit einer Erhoehung des realen Wirkungsgrads von knapp 10% auf etwa 150%!! verbindet, ist die Solarenergie interressant.

    Die idee Solarenergie industriell zu nutzen ist nicht technisch/wirtschaftlichen Sachverstand geschuldet sondern Teil einer seltsamen, destruktiven Religion.

    Vandale

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.