Solarunternehmen: Q-Cells prüft Beteiligung an Anti-Dumping-Klage

Solarunternehmen: Q-Cells prüft Beteiligung an Anti-Dumping-Klage

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Q-Cells-Chef Nedim Cen denkt darüber nach, sich der Anti-Dumping-Klage des Konkurrenten Solarworld anzuschließen. Das Bonner Unternehmen will mit einer Petition bei der EU-Kommission gegen Billigimporte aus China vorgehen.

Der strauchelnde Solarzellenfabrikant Q-Cells könnte sich bald der Initiative von Solarworld-Chef Asbeck anschließen. Der möchte vor der EU gegen chinesische Billigimporte klagen.

Der in Schieflage geratene Solarkonzern Q-Cells erwägt im Kampf gegen die ungeliebte Konkurrenz aus China zusammen mit Mitstreiter Solarworld bei der EU-Kommission für Sonderzölle zu klagen. „Wenn sich die irrationalen Preisbewegungen fortsetzen, werden wir ernsthaft prüfen, uns zu beteiligen“, sagte Konzernchef Nedim Cen.

Die Bonner Solarworld will nach den USA nun auch bei der EU-Kommission Strafzölle gegen Dumping-Importe aus China einklagen. Der Konzern versucht dafür eine Unterstützergruppe zu organisieren, die mindestens 25 Prozent der Jahresproduktion in Europa repräsentiert. Im Sommer soll dann die Klage eingereicht werden.

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USA schützt inländische Produzenten

Mit einer ähnlichen Initiative hat Solarworld-Chef Franz Asbeck in den USA bereits einen ersten Erfolg verbucht. Das US-Handelsministerium gab einen vorläufigen Beschluss bekannt, nachdem chinesische Solarmodulfabrikanten Schutzzölle von maximal knapp 5 Prozent des Produktwerts berappen müssen, wenn sie ihre Waren in die USA exportieren wollen.

Asbeck und die Kollegen des Branchenverbands Coalition for American Solar Manufacturing (CASM) hatten einen Aufschlag von 100 Prozent gefordert. Der Beschluss der Behörde enttäuschte, doch im Mai soll eine Entscheidung über weitere Anti-Dumping-Zölle ergehen. Dann könnte es für die chinesischen Hersteller teurer werden.

Dramatischer Preisverfall erwartete

Derweil kämpft Q-Cells - trotz reger Nachfrage - wegen des Preisdrucks ums Überleben: Nach tiefroten Zahlen im Vorjahr erwartet Cen auch 2012 Millionenverluste. „Vor der Branche und vor uns steht ein sehr, sehr schwieriges Jahr. Wir werden im ersten Quartal einen sehr guten Zubau sehen bei einem dramatischen Preisverfall“, kündigte er an.

Cen rechnet daher mit einem Umsatzrückgang und einem negativen operativen Ergebnis (Ebit). Zudem würden erhebliche Restrukturierungskosten im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich das Ergebnis belasten. Cen sieht erst 2013 zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) die Chance auf schwarze Zahlen. Der Preisverfall in der Solarbranche und millionenschwere Abschreibungen hatten Q-Cells 2011 tiefrote Zahlen eingebrockt. Netto summierte sich der Verlust auf 846 Millionen Euro nach einem Gewinn von 19 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Operativer Verlust von 720 Millionen Euro

Bei einem Umsatzrückgang um rund 300 Millionen auf 1,023 Milliarden Euro lag das Minus operativ bei 720 (Vorjahr: plus 82,3) Millionen Euro. Zum Jahresbeginn hatte Q-Cells zudem den Verlust des Eigenkapitals anzeigen müssen. Der Solarkonzern aus dem ostdeutschen Bitterfeld-Wolfen steht am Abgrund: Das Eigenkapital ist aufgezehrt und Anleihegläubiger machen Druck.

Nach einem Verhandlungsmarathon gewährten sie Q-Cells Ende Februar im letzten Moment einen Zahlungsaufschub bis Ende April für eine Wandelanleihe über 200 Millionen Euro. Bis dahin will sich Cen mit den Zeichnern zweier weiterer Wandelanleihen verständigen, die bis 2014 und 2015 laufen. Anschließend soll die 2012er-Anleihe nochmals bis Ende des Jahres verlängert werden.

Bis dahin soll das Sanierungskonzept stehen. Im Zuge dessen sollen die Zeichner der Bonds größtenteils auf die Rückzahlung verzichten und stattdessen Aktien erhalten.

Weitere Links

Doch ein Sanierungsplan könnte ins Wanken geraten angesichts der Förderkürzungen für Solarstrom. Experten erwarten für die Solarbranche in Deutschland - dem immer noch größten Solarmarkt weltweit - einen Markteinbruch. Vor kurzem musste Solarhybrid Insolvenz anmelden, auch Solon und Solar Millennium rutschten in die Pleite.

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