Solarworld: Showdown am Gründonnerstag?

Solarworld: Showdown am Gründonnerstag?

von Mario Brück

Für den Bonner Solarkonzern kommt es knüppeldick. Während sich im Ringen um das finanzielle Überleben von Solarworld bis Ostern erste Ergebnisse abzeichnen könnten, droht in den USA eine Schadensersatzklage in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe.

Wegen der laufenden Verhandlungen mit Gläubigern muss Solarword die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2012 verschieben. Das Unternehmen steht ohne Vorstand für das operative Geschäft da, nachdem Boris Klebensberger das sinkende Schiff kürzlich verlassen hat. Und am kommenden Montag fliegt das Bonner Fotovoltaik-Unternehmen aus dem Tec-Dax.

Als hätte Frank Asbeck nicht schon genug Ärger an der Backe, steht dem Gründer, Chef und Großaktionär des Bonner Solarkonzerns Solarworld

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nun noch eine Millionenklage des US-amerikanischen Polysiliziumherstellers Hemlock Semiconductor  (Aktenzeichen 13-11037, U.S. District Court, Eastern District of Michigan) ins Haus.

Demnach sieht sich der weltgrößte Produzent von Polysilizium offenbar gezwungen, Forderungen in Höhe von umgerechnet rund 65 Millionen Euro gerichtlich einzuklagen. Die Klage richtet sich gegen die Wafer-Tochter des deutschen Solarworld-Konzerns, Deutsche Solar GmbH. Der Klage vor einem US- Bundesgericht in Michigan zufolge soll die Deutsche Solar Klauseln von insgesamt vier langfristigen Lieferverträgen verletzt haben, als das Unternehmen im März 2012 einseitig den Bezug von Polysilizium beendete.

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Modul-Produktion beim Solaranlagen-Hersteller Solarworld. Quelle: dapd

Eigentlich hätte die Deutsche Solar demnach für den Zeitraum von August 2005 bis Dezember 2019 insgesamt rund 24 000 Tonnen Polysilizium bezahlen müssen - unabhängig davon, ob sie das Material benötigt und tatsächlich abnimmt. Hemlock stellte der Deutschen Solar aus diesem Grund am 4. März 2013 83, 971 Millionen Dollar – umgerechnet rund 65 Millionen Euro -  in Rechnung. Einen Tag später, so die Klageschrift, habe die Deutsche Solar schriftlich erklärt, die Lieferverträge seien „null and void“ – null und nichtig.  

„Konflikte über die Vertragsanpassung von Silizium-Lieferverträgen sind angesichts des Preisverfalls nicht überraschend“, kommentiert Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin. Ungewöhnlich sei dagegen die Drohung des Solarworld-Vorstands, die eigene Tochtergesellschaft bei fehlenden Zugeständnissen in die Insolvenz zu schicken.

In der Klageschrift von Hemlock heißt es unter Punkt 17,  Asbeck habe am 15 März des vergangenen Jahres  „nachdrücklich gedroht“ die Tochterfirma dann eben Pleite gehen zu lassen, wenn Hemlock nicht zu Zugeständnissen bei den Verträgen bereit sei. Weiterhin habe Asbeck damit gedroht, er würde anschließend , die Anteile an der Deutschen Solar aus der Insolvenzmasse für einen geringen Betrag wieder zurückerwerben.

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