Solarworld: Unternehmen einigt sich mit den Gläubigern

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Solarworld: Unternehmen einigt sich mit den Gläubigern

Die Eigentümer und Gläubiger der Solarworld AG müssen für die Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens tief in die Tasche greifen: Ein Schuldenschnitt ist vorgesehen.

Durch den Schuldenschnitt sollen die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent verringert werden. Im Gegenzug werden die Gläubiger im Rahmen eines drastischen Kapitalschnitts Haupteigentümer des Unternehmens und bestimmen damit künftig den Kurs mit. Die derzeitigen Aktionäre werden entmachtet.

Größter Einzelaktionär ist bisher Vorstandschef und Unternehmensgründer Frank Asbeck mit knapp 28 Prozent der Anteile. Die zuständigen Gremien müssen der Einigung noch zustimmen. Solarworld war unter anderem durch Billig-Konkurrenz aus China in den Strudel der Branchenkrise geraten. Die vorläufige Einigung auf einen Schuldenschnitt hat Solarworld am Dienstag auf Berg- und Talfahrt geschickt.

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Die Fehler von Solarworld

  • Kein Niedrigkostenstandort

    Im Firmenverbund von Solarworld gibt es keinen Niedrigkostenstandort, was für einen Massenhersteller laut Hummel selbst im Premiumsegment unbedingt notwendig sei. Nachdem im Modulgeschäft 2009 aus dem Verkäufer- ein Käufermarkt wurde, versäumte Asbeck, die Eigenfertigung zu verringern, um Kosten zu senken.

  • Kapitalquellen vernachlässigt

    Asbeck verpasste auch, sich neue Kapitalquellen zu erschließen. Alle chinesischen Wettbewerber sind an den US-Börsen notiert. Solarworld beschränkt sich jedoch auf Deutschland, obwohl das Unternehmen zwei Fabriken in den USA besaß.

  • Solarparks der Konkurrenz überlassen

    Viel zu lange hat sich Asbecks Solarworld auf das Geschäft mit Dachanlagen konzentriert und die Bestückung von Solarparks und großen Freiflächen in Deutschland chinesischer Konkurrenz überlassen.

Die in keinem großen Index mehr gelisteten Papiere schwankten zwischen einem Plus von sechs und einem Abschlag von 9,5 Prozent hin und her. Am späten Vormittag notierten sie 0,9 Prozent schwächer bei 0,70 Euro. Börsianer äußerten sich allerdings skeptisch. Man müsse die weitere Entwicklung des Solarkonzerns erst einmal abwarten. "Das größte Problem ist und bleibt die chinesische Konkurrenz, die einfach zu stark und zu billig ist", sagte er.

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Solarworld hatte das vergangenen Jahr mit Horrorzahlen abgeschlossen: 2012 brach der Umsatz nach Angaben vom Montagabend von 1,045 Milliarden Euro auf 606 Millionen Euro ein. Der operative Verlust weitete sich um mehr als das Doppelte auf 492,4 Millionen Euro aus. Zuvor hatte Solarworld mitgeteilt, dass das Eigenkapital des Unternehmens komplett aufgezehrt ist.

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