Sparprogramm: Neue E.On-Tochter Uniper will Löhne kürzen

Sparprogramm: Neue E.On-Tochter Uniper will Löhne kürzen

Kaum gegründet, schon muss bei der neuen Eon-Tochter Uniper eine halbe Milliarde Euro gespart werden. Uniper drängt auf Lohnkürzungen und schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Verdi und Co. sind alarmiert.

Die neue E.On-Kraftwerkstochter Uniper dringt Gewerkschaften zufolge auf Lohnkürzungen und will insgesamt eine halbe Milliarde Euro einsparen. Die Arbeitgeberseite fordere Verhandlungen über die Absenkung von tarifvertraglichen Leistungen, sagten Sprecher der Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Freitag.

Die Arbeitnehmer lehnten dies aber ab. Zudem sei in Gesprächen zwischen Management-Vertretern und Arbeitnehmern ein Einsparziel von 500 Millionen Euro genannt worden. Uniper wollte sich dazu nicht äußern. Uniper-Chef Klaus Schäfer hatte aber bereits am Vorabend die Beschäftigten auf einen deutlichen Stellenabbau eingestimmt.

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"Wir müssen und werden tun, was wir können, um im Wettbewerb zu bestehen: Kosten senken, die Organisation verschlanken und Unternehmensteile verkaufen", hatte Schäfer am Donnerstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf gesagt. Auch betriebsbedingte Kündigungen schloss er auf Nachfrage nicht aus: "Wir schauen uns alles an. Wir kennen an der Stelle keine heiligen Kühe." Sparziele hatte er nicht nennen wollen. Uniper wolle das Sparprogramm aber so sozialverträglich wie möglich gestalten. In zwei Jahren solle der Umbau umgesetzt sein, bekräftigte er: "Wir wollen wetterfest sein bis 2018 - das ist das Ziel, das wir uns gesetzt haben."

E.On-Abspaltung Weshalb der Start für Uniper schwer wird

Dem Chef der neuen E.On-Konzerntochter Uniper, Klaus Schäfer, wird es schwerfallen, Anleger vom Geschäft mit fossilen Kraftwerken zu begeistern. Milliarden-Schulden machen den Start für Uniper besonders schwer.

E.on: Düsterer Ausblick auf das Uniper-Steinkohle-Kraftwerk in Gelsenkirchen Scholven. Quelle: imago

Eon hat sich im Zuge der Krise in der Energiebranche eine Aufspaltung verordnet und will im Herbst 53 Prozent der Uniper-Aktien an die Börse bringen. Schäfer bekräftigte den Zeitplan: Uniper gehe jetzt "in den Endspurt an die Börse". Die Eon-Aktionäre sollen die Uniper-Anteile im Herbst ins Depot gebucht bekommen. Zu Uniper gehören Kohle- und Gaskraftwerke, Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel. Das Unternehmen beschäftigt rund 14.000 Menschen.

Schäfer will auch wegen des Verfalls der Strombörsenpreise die Kosten drücken. Zudem will sich die Eon-Tochter von Aktivitäten mit einem Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro trennen. "Wenn wir über Kosten reden (..) werden natürlich auch Personen davon betroffen sein und damit auch Personalkosten und damit geht auch ein Personalabbau einher."

Auch der Konkurrent RWE will auf die Kostenbremse treten. Gespräche über Gehaltseinschnitte bei RWE waren Mitte des Monats ohne Ergebnisse geblieben. Die Gewerkschaft IG BCE sei nicht bereit, über das von den Arbeitgebern vorgelegte Kürzungspaket zu verhandeln, hatte ein Sprecher gesagt. Für Anfang Juli ist eine neue Gesprächsrunde bei RWE angesetzt.

Energiekonzern E.On schreibt tiefrote Zahlen

So schlecht war die Bilanz noch nie: Der Energiekonzern E.On muss für 2015 einen Verlust von sieben Milliarden Euro verbuchen. Viele Kohle- und Gaskraftwerke sind nicht mehr profitabel.

E.ON Quelle: REUTERS

Mit Uniper seien keine neuen Termine vereinbart worden, sagte der IG-BCE-Sprecher weiter. Das Management habe "mit Entsetzen" auf die Haltung der Arbeitnehmer reagiert, keine Kürzungen innerhalb des Tarifvertrags zuzulassen. "Wir sehen keine Veranlassung für eine Verhandlungsaufnahme", sagte auch ein Verdi-Sprecher: "Unser Interesse ist die Sicherheit der Arbeitnehmer und nicht der Griff in ihre Taschen." Uniper unterstrich, der Konzern wolle den Dialog mit den Arbeitnehmern fortsetzen, "um gemeinsame Lösungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld zu entwickeln".

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