Spielball der Energiewende: Garzweiler: Feindbild Braunkohle

Spielball der Energiewende: Garzweiler: Feindbild Braunkohle

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Die fossilen Kraftwerke werden nun zum Spielball der Energiewende.

von Andreas Wildhagen

Im rheinischen Revier bei Köln und in der Lausitz wird der heimische Energierohstoff mit gemischten Gefühlen betrachtet, nun wird er zum Spielball der Energiewende.

Bei der Energiewende geht es um Kohle. Das Zeitalter der Steinkohle geht in Deutschland im Jahr 2018 zu Ende. Dann schließt die letzte Zeche im Ruhrgebiet, und ein Zeitalter der Hochsubvention des für den wirtschaftlichen Einsatz des viel zu tief liegenden Rohstoffs ist dann abgeschlossen. Steinkohle lagert über tausend Meter tief im deutschen Gestein, woanders auf der Welt wird sie im Tagebau gefördert, direkt an der Erdoberfläche, ohne dass kilometertiefe Schächte ins Innere der Erde getrieben werden müssen.

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Anders die Braunkohle. Sie wird in Deutschland im Tagebau gefördert, mit Riesenbaggern, die für Spaziergänger eine Attraktion sind. In der Lausitz und im rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen lagern hier die Vorkommen. Zu ihrer Förderung werden Dörfer aufgelöst und Menschen umgesiedelt, die nicht immer unfreiwillig gehen - siehe die Gemeinde Erkelenz im Gebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler II.

Angeblich wird der Braunkohle-Tagebau im Rheinischen bald beendet, aber nicht, weil sich Menschen in Höhlen vergraben, um die Ankunft der Bagger zu verhindern oder zu verzögern. Sondern weil die Braunkohlekraftwerke, die sich in Sichtweite der Abraumgruben befinden, zum Teil schon jetzt nicht mehr wirtschaftlich Strom erzeugen können. Die Energiewende ist schuld. Und die Braunkohle wird nicht von finsteren Atomfreunden oder Grünstromanhängern gekillt, sondern von den Förderern der Braunkohle selbst, so schien es bisher. Die Betriebswirte sind es, die Braunkohle nicht mehr mögen. Das war die Botschaft, die aus unbekannten Quellen im Umfeld des Braunkohleverstromers RWE aus Essen hochgekommen sein soll.

RWE dementierte postwendend. Die Braunkohle bleibt, so die Devise. Aber zumindest ein Braunkohlekraftwerk könnte geschlossen werden, sickerte da und dort durch. Es ist wäre ein Kraftwerk mit dem höchsten Modernisierungsbedarf und dem höchsten CO-2-Ausstoß. Als „Dreckschleudern“ und „Klimakiller“ werden diese Meiler oft bezeichnet, nicht nur von Naturschützern, sondern beispielsweise auch von Energieexperten selbst, sofern sie Verfechter des deutschen Atomstroms oder Freunde der Wind- und Sonnenenergie sind. Beide sind längst eine Große Energiekoalition eingegangen: Sie mögen die Braunkohle wegen ihrer Emissionen nicht, die Atomkraftwerke und Windräder nun einmal nicht ausstoßen.

Der im Zuge der Liberalisierung begründete Markt für Emissionszertifikate, der Handel mit Verschmutzungsrechten, sollte den Ausstoß von CO-2 eigentlich teuer werden lassen und damit auf elegante, marktwirtschaftliche Weise der Braunkohle den Garaus machen. Doch die Marktwirtschaft wollte nicht so, wie Ordnungspolitiker es sich vorgestellt haben. Die Zertifikate wurden spottbillig, weil in Europa, besonders in Südeuropa, weniger Strom nachgefragt wird. Der prohibitive Effekt des Emissionshandels wurde zum Freifahrtschein für die Braunkohleverbrennung. Die Meiler von RWE im Westen und Vattenfall im Osten liefen rund um die Uhr und höchst wirtschaftlich.

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