Spritpreise: Die Tricks der Öl-Multis

Spritpreise: Die Tricks der Öl-Multis

Autofahrer gehen auf die Barrikaden: Seit Wochen steigen die Preise an den Tanksäulen, besonders vor Ostern befürchten Reisende hohe Kosten. Neue Analysen prangern die Geschäftspraktiken der Anbieter an.

Staus, überfüllte Raststätten und Blechlawinen auf den Autobahnen. Tausende Autofahrer starten zum Wochenende in den Urlaub: Am Montag beginnen in elf Bundesländern gleichzeitig die Osterferien, der Automobilclub ACE rechnet mit der ersten großen Reisewelle des Jahres. Pünktlich zur automobilen Völkerwanderung befeuern zwei aktuelle Erhebungen die Debatte um die hohen Spritpreise – und verheißen Autofahrern nicht Gutes.

So untersuchte der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion die Preisentwicklung von Superbenzin und Diesel von Ende November 2011 bis Anfang März 2012. Sein Ergebnis: Der Mineralölbranche ist es bei Superbenzin nicht nur gelungen, die steigenden Rohstoffkosten in vollem Umfang weiterzugeben. Die Konzerne hätten auch die Margen ausgeweitet und konnten somit höhere operative Gewinne erzielen, schreibt Bukold in einer Zusammenfassung seiner Studie.

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Auto an einer Zapfsäule: Hohe Preise zu Ostern befürchtet Quelle: dpa

Auto an einer Zapfsäule: Hohe Preise zu Ostern befürchtet

Bild: dpa

Der Fachmann berichtet von krassen Zuwächsen. Während von Ende April 2011 bis Anfang März dieses Jahres stiegen die Tankstellenpreise für Superbenzin um 11,3 Cent pro Liter. Lediglich 58 Prozent des Preisanstieges – 6,6 Cent – ließen sich durch höhere Rohölpreise oder einen veränderten Euro-Dollar-Wechselkurs erklären. 42 Prozent des Preisanstieges – 4,7 Cent – seien das Ergebnis höherer Bruttomargen in der Mineralölbranche. Diesel dagegen habe sich kaum verändert.

Spritpreise morgens besonders hoch

Unterdessen zeigt ein Spritpreis-Check des ADAC: Für Verbraucher ist es entscheidend, zu welcher Tages- und Nachtzeit sie die Zapfsäule ansteuern. Der Automobilclub beobachtete eine Woche lang 33 Tankstellen der Marken Shell, Aral, und Jet in elf deutschen Städten. Die Untersuchung zeigte  Preisschwankungen von bis zu zwölf Prozent innerhalb eines Tages. Am höchsten waren die Kraftstoffpreise morgens, am niedrigsten am Abend, extreme Preisaufschläge verzeichnete der ADAC vor allem in der Nacht.

„Für uns liegt der Schluss nahe, dass die Anbieter Verwirrung beim Autofahrer stiften wollen“, sagt Jürgen Grieving vom ADAC im Gespräch mit Wirtschaftswoche Online. Der Verbraucher verliere bei derart starken Schwankungen das Gefühl dafür, welcher Spritpreis günstig sei und welcher nicht. „Besonders die niedrigen Preise am Abend bekommen viele Autofahrer gar nicht mit, weil sie meist tagsüber unterwegs sind.“

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