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Stadtplanung: Die grüne Welle

von Andreas Menn

Metropolen und Kommunen testen innovative Konzepte für den Stadtverkehr. Der soll viel effizienter werden – und komfortabler.

Städte und Kommunen setzen auf innovative Konzepte für den Stadtverkehr Quelle: Roland Warzecha
Städte und Kommunen setzen auf innovative Konzepte für den Stadtverkehr Quelle: Roland Warzecha

Boris Johnson ist passionierter Radler. Fast täglich tritt er in die Pedalen, und wer dachte, dass ihn sein neuer Job als Bürgermeister von London daran hindern werde, lag falsch. Nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr verordnete der exzentrische Politiker der Stadt eine Fahrrad-Revolution: 6000 Mieträder sollen ab 2010 an 400 Verleihstationen in der Stadt bereitstehen, zwölf „Super-Highways“ – markierte Routen – sollen Radlern den Weg vom Stadtrand ins Zentrum bahnen. 111 Millionen Pfund will Johnson 2009 für die Fahrrad-Initiative ausgeben. Das ökologische Verkehrs-konzept mache London „zur lebenswertesten Großstadt der Welt“, so der Bürgermeister.

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Druck auf Städte wächst

Wie in London machen Stadträte, Verkehrsplaner und -unternehmen rund um den Globus Ernst mit dem grünen Umbau des Verkehrs. Michael Bloomberg, New Yorks Bürgermeister, hat in der Stadt im Zuge des Nachhaltigkeitsplans PlaNYC das Radwegenetz in drei Jahren fast verdoppelt. Bis 2030 soll es noch ums Vierfache wachsen. Die Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt Nanjing bei Shanghai, hat Benzin-Mopeds verbannt. Nur Elektroroller dürfen noch fahren. Und Dubai, wo bisher nichts ohne Auto ging, hat die erste Metro in Betrieb genommen.

„Der Druck auf die Städte wächst, ihre Verkehrsressourcen effizienter zu nutzen“, sagt Andreas Knie, Chef des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) in Berlin. Laut einer InnoZ-Studie steigen die Kosten für Auto- und öffentlichen Verkehr bis 2030 inflationsbereinigt um bis zu 60 Prozent. Grund seien vor allem steigende Energiepreise und Infrastrukturausgaben. Urbane Mobilität, die Fortbewegung in dicht besiedelten Städten, „muss ganz neu gedacht werden“, sagt Knie.

Autos zum Instant-Gebrauch werden en vogue

Leihen statt kaufen: Vielerorts werden Miet-Velos, wie hier in Lyon, zur Auto-Alternative im Stadtverkehr Quelle: Laif
Leihen statt kaufen: Vielerorts werden Miet-Velos, wie hier in Lyon, zur Auto-Alternative im Stadtverkehr Quelle: Laif

Genau das geschieht jetzt. Ein Wettbewerb um die besten Ideen ist entbrannt, ganze Metropolen verwandeln sich in Teststrecken für den Verkehr von morgen.

In der texanischen Hauptstadt Austin etwa rollen seit Mitte November 200 blau-weiße Smarts. Die Stadtflitzer sind Teil des Car2Go-Projektes, mit dem der Daimler-Konzern ein für die USA geradezu revolutionäres Mobilitätsmodell testet: Autos zum Instant-Gebrauch. Wer sich anmeldet, kann in jedes Fahrzeug einsteigen und losfahren. Abgerechnet wird zum Minutenpreis. RFID-Chips am Führerschein öffnen die Türen des Wagens. Reservieren lassen sich die Smart sogar per iPhone. Rund 13 000 Angestellte der Stadt dürfen in Austin ans Steuer. 2010 soll der Nutzerkreis erweitert werden.

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