Strategie des Stromkonzerns: E.On hält zu Putin

KommentarStrategie des Stromkonzerns: E.On hält zu Putin

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Johannes Teyssen hat kein Glück mit der Politik. Für den noch mächtigsten Chef der Energiewirtschaft sind das keine guten Voraussetzungen.

von Andreas Wildhagen

Die Strategie von E.On gerät in Bedrängnis. In Brasilien droht ein Desaster, in der Türkei ist das Umfeld schwierig. Nur die russische Beteiligung bringt ordentliche Gewinne - aber noch mehr Kritik.

Es ist nicht ganz einfach für Johannes Teyssen, den Lenker von E.On. Erst rüttelt ihn der Atom-Abschaltzwang durch, der ihm reichlich Gewinne wegnahm. Dann werden auch noch seine Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel, weil zu viel Ökostrom durch die Netze drückt und die alten Meiler ausbremst. Und das Neugeschäft mit dezentraler Energie und der Dienstleistung für mehr Energieeinsparung läuft gerade erst hoffnungsfroh an.

Doch Geld bringt das Geschäft mit Mini-Kraftwerken in Betrieben und Einfamilienhäusern noch nicht genug. Und nun wird auch noch klar, dass die Auslandsstrategie von E.On ins schweres Fahrwasser gerät.

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In Brasilien droht ein komplettes Desaster, nachdem sich der einst hochgelobte Partner Eike Batista als Luftnummer erwies. In der Türkei hält die Oligarchenfamilie Sabanci noch zu E.On, was die Geschäfte immerhin noch schützt. Aber ideal ist das politische Umfeld in der Türkei, wie jetzt der Besuch des Bundespräsidenten zeigte, auch nicht gerade.

Immerhin in Russland geht das Kalkül des ehemaligen E.On-Chefs Wulf Bernotat auf. Die Beteiligung erzielt ordentliche Gewinne. Aber immer mehr gerät jegliches Geschäft mit Russland in Verruf. Zu große Nähe bedeutet für E.On nur Scherereien weltweit. Und zwar überall dort, wo die USA Einfluss haben und Unternehmen schneiden, die allzu große Sympathien mit der russischen Wirtschaft entwickeln. Dazu gehört nach Siemens nun auch noch E.On.

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Viele US-Unternehmen hätten gern die guten Beziehungen deutscher Konzerne ins russische Reich. Dass Teyssen auf der E.On-Hauptversammlung in Essen die Zuverlässigkeit im Russlandgeschäft seines Konzerns lobt, ist Wasser auf die Mühlen der US-Konkurrenz. Von Bundesenergieminister und SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel stammt der Satz, bei der Reaktion auf die russische Vormachtstellung in der Ostukraine dürfe man sich nicht von der Geschäftemacherei von „Pfeffersäcken“ leiten lassen.

Teyssen hat kein Glück mit der Politik. Für den noch mächtigsten Chef der Energiewirtschaft sind das keine guten Voraussetzungen seiner Arbeit, die Einbußen aus der deutschen Energiewende auszugleichen.

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