_

Stromengpässe: Versorger ergreifen Notmaßnahmen

von Kerstin Dämon

Der Atomausstieg, die anhaltende Kältewelle und Gas-Lieferschwierigkeiten bringen die deutschen Stromnetze an die Belastungsgrenze: Nun beugen die vier Netzbetreiber drohenden Stromausfällen mit Notmaßnahmen vor.

Welche Versorger seit der Energiewende umdenken

Platz 10: Vattenfall

Die Studie der European School of Management (ESMT) analysiert, wie führende europäische Energiekonzerne mit den Herausforderungen der Energiewende umgehen. Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg setzt deutsche Unternehmen besonders unter Druck. Gleichwohl ist die gesamte Branche betroffen, denn - so das Ziel der EU - ganz Europa soll umsteigen auf eine nachhaltige, kohlendioxidarme Stromerzeugung. In der Studie wurden die Forschungsaktivitäten der Unternehmen, aber auch Produktivität und Nachhaltigkeit bewertet.

Auf Platz 10 im Innovationsindex schafft es der schwedische Konzern Vattenfall. Für Wachstum im Konzern soll zukünftig grüne Energie sorgen. Noch stützen sich die Aktivitäten in Deutschland aber stark auf den Braunkohletagebau. Das Bild zeigt einen Schaufelradbagger im südbrandenburgischen Welzow.

Quelle: dpa

Es wird dunkel im deutschen Stromnetz. Um einen Blackout zu verhindern, fahren die vier Stromriesen RWE, E.On, Vattenfall und EnBW ursprünglich stillgelegte Kraftwerke wieder hoch. Diese Maßnahme nennt sich eine Kaltreserve. Kraftwerke oder -blöcke, die als unrentabel galten und vom Netz genommen wurden, werden wieder angezapft, wenn der Strom knapp wird. Diese Reserve entspricht rund 1000 Megawatt bestimmt - das ist in etwa die Leistung eine kleinen Atom- oder eines großen Kohlekraftwerks. Es ist das zweite Mal in diesem Winter, dass die Energieriesen diese Kaltreserve anzapfen, damit im Süden Deutschlands das Licht nicht ausgeht.

Anzeige

Dort kommt schon seit Dezember nicht mehr genügend Saft aus deutschen Anlagen an. Gründe dafür sind:

  • die Nord-Süd-Trassen der Stromleitungen sind noch unzureichend ausgebaut
  • große Energieverbraucher wie Industriebetriebe benötigen viel Strom
  • Windkraftanlagen müssen wegen starker Stürme abgeschaltet werden
  • in Süddeutschland sind fünf Kraftwerke abgeschaltet worden

Damit bei BMW in München weiter Autos vom Band rollen und es trotzdem auch in kleinen Dörfern noch Strom gibt, hat der Netzbetreiber Tennet bereits im Dezember den staatlichen österreichischen Stromproduzenten Verbund gebeten, zusätzlichen Strom nach Bayern zu leiten. Bis zu 150 Megawatt wurden vorübergehend nach Deutschland geschickt. Da in Frankreich relativ viel mit Strom geheizt wird, ist von den Nachbarn derzeit wenig Hilfe zu erwarten. Grundsätzlich gibt es aber auch zwischen Deutschland und Frankreich ein Geben und Nehmen: So schickt Deutschland Strom nach Frankreich, im Sommer, wenn dort die Flüsse, wie zum Beispiel den französischen Lauf der Mosel, austrocknen. Dann können dort die Atomkraftwerke ihr Kühlwasser nicht mehr im ausreichenden Maß beziehen. Deutschland sprang bisher mit Atomstrom aus eigener Produktion ein.

Seit dem Sommer 2011 sichern sich die Netzbetreiber und Energieversorger gegen solche Ausfälle ab. Denn seit der Energiewende sind acht Kraftwerke vom Netz gegangen, fünf davon allein in Süddeutschland. Damit ist die Reservekapazität der Energieversorger deutlich eingeschränkt.

weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.