Strompreise: Höhere Netzgebühren verteuern den Strom

Strompreise: Höhere Netzgebühren verteuern den Strom

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Trotz sinkender EEG-Umlage sollen die Strompreise weiter steigen.

Vor wenigen Tagen erst hatte ein leichter Rückgang der EEG-Umlage Hoffnung auf stabile Stromkosten gemacht. Doch in vielen Regionen werden die Preise wegen steigender Netzgebühren weiter steigen.

Mit einem Anstieg der Netzgebühren im kommenden Jahr werden auch die Strompreise für viele Verbraucher steigen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Energieanbieters Lichtblick. Danach werden 24 von 33 großen Netzbetreibern ihre Gebühren anheben, nur wenige werden sie senken. Im Durchschnitt werde ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden Strom im nächsten Jahr 212 Euro netto Netzgebühren zahlen, 3,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Netzentgelte machen mehr als 20 Prozent des Strompreises aus. Sie sind regional sehr unterschiedlich und reichen bei den von Lichtblick untersuchten Stromversorgern von 147,25 Euro (Wesernetz Bremen) bis zu 305,58 Euro (Edis AG - Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). Die stärkste Steigerung der Netzentgelte mit 18,8 Prozent auf 269,05 Euro ist bei der Schleswig-Holstein Netz AG zu verzeichnen.

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Hohe Kosten für Netzausbau Strompreis könnte regional erneut steigen

Die Senkung der Ökostromzulage hat Hoffnungen auf geringere Strompreise gemacht. Doch vielfach steigendie Netznutzungsgebühren. Am Ende könnte es in manchen Regionen wieder teurer werden.

Der Netzausbau könnte die Strompreise regional steigen lassen. Quelle: dpa

Ursache sei vor allem der Ausbau der Windenergie in Schleswig-Holstein, sagte Unternehmenssprecher Ove Struck. In dem Land seien mittlerweile rund 6000 Megawatt Leistung installiert, während der Bedarf bei 1500 Megawatt liege. Die Zahl der Kraftwerke sei von 30 auf 30 000 gewachsen. Für den Netzbetreiber bedeute das einen Kraftakt, der hohe Investitionen erfordere.

Lichtblick kritisierte die steigenden Kosten für den Stromtransport. „Im Windschatten der Energiewende drehen die Netzmonopolisten erneut an der Preisschraube“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Heiko von Tschischwitz. Dabei gebe es keine Investitions- und Kostentransparenz für die Verbraucher. „Die Politik muss für schärfere Kostenkontrolle sorgen.“

Struck entgegnete, die Kontrolle werde durch die Bundesnetzagentur ausgeübt, die alle Entgelte für die Netzbetreiber prüfen und genehmigen müsse.

Strompreise Ökostrom-Umlage sinkt erstmals

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2015 soll die Ökostrom-Umlage zum ersten Mal sinken. Strompreisminderungen sind trotzdem nicht zu erwarten. Quelle: dpa

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rechnet auch in Zukunft mit weiter steigenden Nutzungsentgelten für die Stromnetze. „In den nächsten zehn Jahren sind wegen des Zubaus von dezentralen Photovoltaik- und Windenergieanlagen Investitionen von rund 25 Milliarden Euro allein in die Verteilnetze notwendig“, teilte der Verband mit.

Die Landtagsfraktionen der Grünen in Ostdeutschland und Bayern haben sich vor kurzem für ein bundesweit einheitliches Nutzungsentgelt ausgesprochen. Die Verbraucher im Osten und in strukturschwachen Regionen im Westen seien mit den höchsten Nutzungsentgelten belastet und hätten deshalb auch die höchsten Strompreise zu bezahlen. Das habe eine Studie des Leipziger Instituts für Energie ergeben.

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