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exklusiv Studie zur Windkraft: Energiekonzept der Regierung droht Desaster

von Dieter Dürand

Strom aus Windparks vor der deutschen Küste soll nach dem Willen der Bundesregierung zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung werden. Doch eine Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorab vorliegt, zeigt: Die Ausbauziele sind nicht mehr zu erreichen – die Gefahr einer Stromlücke wächst.

Offshore Windräder Quelle: dpa
Schöne Pläne. Im Jahr 2020 sollen sich nach dem Wunsch der Bundesregierung Windräder mit einer Leistung von 10.000 Megawatt in Nord- und Ostsee drehen. Quelle: dpa

Das hatte sich die Bundesregierung schön ausgedacht, als sie noch vor der Kernschmelze im japanischen Atommeiler Fukushima im März vergangenen Jahres ihr Energiekonzept vorstellte: Im Jahr 2020 sollen sich danach Windräder mit einer Leistung von 10.000 Megawatt (MW) in Nord- und Ostsee drehen; zehn Jahre später soll die Erzeugungskapazität sogar 25.000 MW erreichen. Die installierte Meeres-Windstrom-Leistung überträfe dann die Leistung der einst 17 deutschen Atomkraftwerke um rund 5000 Megawatt.

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So wird es nicht kommen. Das haben die Offshore-Experten von wind:research anhand des Projektstatus der geplanten Meeres-Windparks ausgerechnet. Im wahrscheinlichsten Fall fehlen 2020 rund 3000 MW. Bis 2030 verdoppelt sich die Lücke auf 6000 MW.

Diagramm: Ziel verfehlt
Ausbaupläne der Regierung zu Offshore-Windparks (zum Vergrößern bitte klicken)

Im schlimmsten Fall sind 2020 gerade einmal rund 3000 Megawatt auf See installiert – und es kommt bis 2030 kein einziges neues Windrad hinzu. Dann würde eine Lücke von mehr als 20.000 MW klaffen. „Das Risiko ist nicht zu unterschätzen“, sagt wind:research-Geschäftsführer Dirk Briese.

Tritt das Worst-Case-Szenario ein, droht dem Energiekonzept der Bundesregierung ein Desaster. Denn ohne den Strom vom Meer kann die weitgehende Elektrizitätsversorgung Deutschlands aus erneuerbaren Quellen nicht gelingen. In den Szenarien des Sachverständigenrats für Umweltfragen beruht die Stromerzeugung in Deutschland 2050 überwiegend auf Offshore-Windenergie – ihr Anteil macht je nach Szenario bis zur Hälfte aus. Aber auch wenn nur 6000 MW fehlen, gerät die Sicherheit der Energieversorgung in Gefahr. Zumindest müssen dann andere Energieträger in die Bresche springen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.10.2012, 16:18 Uhrsuchtgrueblerxy

    wer hindert eigentlich den Bund, das Trassenproblem mit einer eigenen Firma in die eigene Hand zu nehmen. Außerdem ist man im Besitz von Schienenwegen und Strassen, wo man Erdkabel verlegen könnte. Wenn man außerdem die beteiligten Kommunen und Länder an den Durchleitungsentgelten beteiligen würde, hätte man wohl kein Akzeptanzproblem bei der Trassenverteilung. Während des Ausbaus könnte man zur Kostenreduzierung z.B. zusätzlich den Ausbau der Digitalisierungsversorgung einplanen. Damit ließen sich weitere Projektinteressierte ins Boot holen.

  • 26.06.2012, 14:14 Uhrnicolo

    Und am wenigsten Sinn würde es machen, wenn die Energieerzeugungsart, die noch am ehesten den fehlenden Zubau an Offshore-Leistung ausgleichen könnte, die Solarenergie, auch noch "abgewirkt" werden würde. Zumahl die im Artikel aufgezählten Probleme auf die Solarenergie nicht zutreffen, und sie zudem billiger ist als die Windoffshore-Stromerzeugung!

    Wenn man die Energiewende will, muss man auch die Erneuerbaren Energien mögen wollen. Aber daran fehlt es dieser Regierung!

    Die Regierung kann keinen Plan verfehlen, sie hat erst gar keinen! Denn ein "Plan" ist ja "Teufelszeug"?!

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