Subventionen: Solarworld kassiert ab

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Subventionen: Solarworld kassiert ab

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Mit der Kraft der Subventionen: Solarworld-Chef Asbeck

von Mario Brück und Rebecca Eisert

Solarworld-Chef Frank Asbeck gibt den Kämpfer für fairen Wettbewerb. Dabei ist Deutschlands Branchenprimus selbst einer der größten Subventionsempfänger, auch in den USA.

Frank Asbeck gilt als Strahlemann der deutschen Solarbranche. Doch das Lächeln weicht dem 52-jährigen Chef des Bonner Solarmodulherstellers Solarworld langsam aus dem pausbackigen Gesicht. Preisverfall, Werksschließungen, Wertberichtigungen und Verluste in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe verfinstern die Miene des Gründers und Miteigentümers des bekanntesten deutschen Solarunternehmens.

Wie zuvor Solon, Q-Cells, Solar Millennium oder Conergy gerät nun auch Solarworld in Bedrängnis. Die Schuldigen hat Asbeck ausgemacht: "Zurückzuführen ist das Ausmaß des Preisverfalls auf das Modulpreisdumping chinesischer Wettbewerber und unerlaubte Subventionen Chinas."

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Kein Wort verliert der Ex-Grünen-Politiker jedoch darüber, dass auch Solarworld dick von Subventionen profitiert. Bekannt ist die indirekte Unterstützung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit mehr als einem Jahrzehnt. Das garantiert Käufern und Betreibern von Solaranlagen feste Einspeisesätze für ihren Strom in einem Zeitraum von 20 Jahren. Die Zeche zahlen Verbraucher und Unternehmen.

Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt blieben aber die direkten staatlichen Hilfen, die Solarworld seit Langem einstreicht. Dabei geht es auch um Summen, die Asbeck von amerikanischen US-Steuerzahlern einsammelt.

Subventionen und Steuergeschenke in Millionenhöhe

"Es ist offensichtlich, dass Solarworld zu den meistsubventionierten Unternehmen in der Geschichte der Solarindustrie zählt", sagt Jigar Shah, Präsident einer Coalition for Affordable Solar Energy, kurz: CASE, die für bezahlbaren Strom aus Solaranlagen eintritt.

In der Vereinigung mit Sitz in Washington haben sich die US-Töchter chinesischer Solarzellenfabrikanten sowie US-Solardienstleister zusammengeschlossen. Sie richten sich gegen Marktbarrieren und wollen freien Wettbewerb auf dem US-Markt. Nach Berechnungen von CASE-Chef Shah hat Solarworld Subventionen und Steuergeschenke im Wert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar kassiert.

Solarworld streitet das nicht ab. "Alle diese Fördergelder" seien jedoch im Gegensatz zu den Export-Subventionen in China allen Wettbewerbern überall zugänglich. Damit sei "fairer Wettbewerb hergestellt". Der US-Lobby-Verband hat sich auf Solarworld eingeschossen, weil Asbeck seit dem vergangenen Herbst von amerikanischem Boden aus den bisher größten Feldzug gegen die chinesische Solarwirtschaft begonnen hat. Solarworld macht in den USA gut ein Fünftel seines Umsatzes. Um gegen preiswertere Anbieter aus China Front zu machen, scharte Asbeck sechs US-Solarhersteller um sich.

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1 Kommentar zu Subventionen: Solarworld kassiert ab

  • Wahr wie wahr! Die Mission der Solarindustrie ist doch, Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren, damit traditionelle Techniken substituiert werden können. Es ist sehr schade, dass viele Unternehmen in Deutschland die gute Ausgangsposition der Marktführerschaft nicht zu wirtschaftichen Handeln genutzt haben. In jedem Commodity-Business geht es darum die Markteinteile zu erhöhen, Kosten zu senken, Marktanteile zu erhöhen, Kosten zu senken und dazwischen ein gutes Stück Innovation. Dies haben der amerikanische Hersteller Firstsolar, wie auch einige große Asiaten einfach besser gemacht. Wer auf der Pole Position steht, sollte das Rennen auch gewinnen können und nicht jammern, wenn man mal überholt wird. Gerade in Deutschland hat man den global aufkommenden Wettbewerb lange nur müde belächelt und notwendige Hausaufgaben schleifen lassen. Das Geld war einfach zu leicht verdient! Es bleibt die Hoffnung, dass SMA als weiterer Weltmarktführer auf der Wechselrichterseite hier cleverer agiert um sich dem globalen Wettbewerb zu stellen.

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