Traditionskonzern: Solar ist für Bosch ein Fass ohne Boden

Traditionskonzern: Solar ist für Bosch ein Fass ohne Boden

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In der Traditionsfalle. Der neue Konzernchef Denner muss über die Zukunft des Solarbereichsentscheiden, hat aber nur wenig Spielraum

von Hans-Jürgen Klesse und Mario Brück

Mit der Solarsparte hat der Stuttgarter Traditionskonzern bereits mehr als eine Milliarde Euro verbrannt. Mit einem Ausstieg rechnet trotzdem niemand: Harte Schnitte würden nicht zur Unternehmenskultur passen.

So schnell ändern sich die Zeiten. Erst gut vier Jahre ist es her, da feierte der damalige Bosch-Chef Franz Fehrenbach den milliardenschweren Erwerb von gut 50 Prozent aller Anteile des Solarzellenherstellers ersol Solar Energy als Einstieg in ein aussichtsreiches Zukunftsgeschäft. Ein Jahr später übernahm der Stuttgarter Elektrokonzern und Autozulieferer auch die übrigen Anteile und firmierte seine neue Tochter um zur Bosch Solar Energy.

Inzwischen ist Bosch die Freude an der Tochter gründlich vergangen. Der vielversprechende Spross ist zum Sorgenkind verkommen, die Sonnenindustrie wegen Überkapazitäten und ruinösen Preisverfalls weltweit zur Krisenbranche mutiert. Was Boschs Wandel zum grünen Konzern beschleunigen sollte, ist heute ein Fass ohne Boden. Mehr als eine Milliarde Euro verloren die Schwaben bisher im Sonnengeschäft. Ein Ende ist nicht absehbar. "Solar ist ein trauriges Kapitel", sagt ein Mitglied des Aufsichtsrats.

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Notbremse wäre nicht Bosch-konform

Die Sparten der Bosch-Gruppe

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Doch anders als bei Siemens, wo vor Kurzem der Ausstieg aus dem Sonnengeschäft beschlossen wurde, sind in Stuttgart keine harten Schnitte zu erwarten – dass der seit dem Sommer amtierende neue Bosch-Chef Volkmar Denner die Notbremse zieht, ist unwahrscheinlich: "Das wäre nicht Bosch-konform", resümiert ein Aufsichtsratsmitglied.

Die Probleme sind nicht neu. Schon bei der Vorlage des letzten Geschäftsberichts im April dieses Jahres hatte Denner-Vorgänger Fehrenbach die "sehr unbefriedigende" Entwicklung beklagt: "Trotz einer Absatzsteigerung um mehr als zehn Prozent ging der Umsatz deutlich zurück." Als Grund nannte der damalige Bosch-Chef die weltweite Überkapazität von 50 Prozent und den dadurch verursachten massiven Preisverfall von gut 40 Prozent allein im Jahr 2011.

Verluste in Milliardenhöhe

Weil sich die Kosten nicht entsprechend senken ließen, waren rund 560 Millionen Euro Sonderabschreibungen notwendig, die angepeilte Konzernrendite von sieben bis acht Prozent vor Steuern verfehlte das Unternehmen, erreicht wurden nur magere 5,1 Prozent.

2012 lief es nicht besser. Die verlustreiche Solartochter Aleo konnte nur mit einer Finanzspritze gerettet werden: Der Mutterkonzern erließ Aleo 25 Millionen Euro aus einem Darlehen, weitere 50 Millionen wurden gestundet. Abschreibungen und operative Verluste zusammengenommen, hat die Sparte den Konzern bisher rund 1,3 Milliarden Euro gekostet, ein mit Bosch-Interna vertrauter Unternehmensberater schätzt die aufgelaufenen Verluste sogar auf 1,5 Milliarden.

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