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Übernahme in der Solarindustrie: Hanwha stellt neue Strategie für Q-Cells vor

Nach der Insolvenz des deutschen Solarkonzerns Q-Cells hat das koreanische Unternehmen Hanwha übernommen. Der neue Eigentümer will den Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Heute soll die neue Firmenstrategie vorgestellt werden.

Der Hamburger Solarkonzern Conergy ist noch immer nicht über den Berg: 2012 endete mit einem Betriebsverlust von 69 Millionen Euro. Nur noch 1400 Mitarbeiter stehen bei Conergy in Lohn und Brot – 2007  waren es mehr als 2600. Immerhin der Trend ist positiv: 2008 fuhr Conergy noch Verluste in Höhe von 306 Millionen Euro ein, 2011 hatte sich der Betrag mit 162 Millionen Euro nahezu halbiert. Allerdings war dafür auch eine harte Sanierung nötig. Am Produktionsstandort Frankfurt Oder musst im September 2011 fast ein Drittel der 350 Festangestellten gehen. Die Wafer- und Zellfertigung stellte Conergy dort ein. Man wolle sich fortan auf die (noch) profitable Modulfertigung konzentrieren.

Bild: dapd

Der neue Eigentümer des Solarkonzerns Q-Cells - der südkoreanische Mischkonzern Hanwha - hat bekräftigt, 1300 der weltweit 1500 Arbeitsplätze erhalten zu wollen. 750 davon sollen am Standort Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt bleiben. Auch der Standort in Malaysia bleibe bestehen. Das gaben Geschäftsführer Charles Kim und das Mitglied der Geschäftsführung, Andreas von Zitzewitz, am Mittwoch in Bitterfeld-Wolfen bekannt.

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Das Unternehmen firmiere von nun an als Hanwha Q.Cells und sei der weltweit drittgrößte Solarhersteller. „Die Synergien zwischen Q.Cells und Hanwha bieten uns die Möglichkeit, ein weltweit führendes Solarunternehmen zu werden“, sagte Kim.

Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.


Bitterfeld-Wolfen soll als Forschungszentrum für die Entwicklung neuer Produkte für die Solarindustrie weiter profiliert werden, kündigte Kim an. Jährlich sollen etwa 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert werden. Zahlen zu Umsatz und Produktion nannte Kim nicht. Es sollen möglichst bald schwarze Zahlen geschrieben werden; wenn es der Markt zulasse bereits im Jahr 2013.

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Die Koreaner hatten Q-Cells Ende August übernommen, nachdem das Unternehmen im April Insolvenz angemeldet hatte. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit wurden die Billigkonkurrenz aus Asien, Überkapazitäten und eine schwächelnde Nachfrage genannt, die der gesamten Branche in Deutschland Sorgen macht.

Für 199 Beschäftigte in Bitterfeld-Wolfen hatte der Insolvenzverwalter eine Transfergesellschaft eingerichtet, in der sie sich für zehn Monate weiterbilden können.

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