Umstrittener Deal: Wirtschaftsministerium prüft RWE-Dea-Verkauf

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Umstrittener Deal: Wirtschaftsministerium prüft RWE-Dea-Verkauf

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Das Wirtschaftsministerium prüft den RWE-Dea-Verkauf an einen russischen Oligarchen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) prüft den Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea des Energiekonzerns RWE an einen russischen Oligarchen.

Das Bundeswirtschaftsministerium nimmt einem "Spiegel"-Bericht zufolge den umstrittenen Verkauf der Öl- und Gasssparte des RWE-Konzerns an eine Investorengruppe um den russischen Milliardär Michail Fridman unter die Lupe. Das Magazin berichtete am Wochenende vorab, das Ministerium prüfe, ob nach dem Außenwirtschaftsgesetz strategische Interessen Deutschlands verletzt würden. Vergangenen Freitag habe Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel RWE-Chef Peter Terium darüber informiert. Von dem Ministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

RWE nach 20 Monaten Energiewende

  • Umsatz

    RWE konnte den Umsatz zwischen 2010 und 2012 bei 52 bzw. 53,2 Milliarden Euro stabil halten.

  • Konzernüberschuss

    Der Konzernüberschuss fiel beträchtlich von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2011. 2012 gelang es RWE seine betriebliches Ergebnis = Konzernüberschuss wieder zu verbessern und weist 6,4 Milliarden Euro aus.

  • Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen

    Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) fiel von 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 9,3 Milliarden Euro im Jahr 2012. 2011 lag er bei 8,5 Milliarden Euro.

  • Nettoverschuldung Ebitda

    Der Wert stieg zwischen 2010 und 2012 von 29,0 auf 34,2.

  • Anteil abgeschalteter & noch abzuschaltender Atomkraftwerke

    Die bereits abgeschalteten Kraftwerke entsprechen 7,3 Prozent der Gesamtstromkapazität von RWE. Weitere 9,9 Prozent stehen aus.

  • Anteil Gas an Stromerzeugung

    Der Gasanteil sank von 22 Prozent auf 18 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Steinkohle an Stromerzeugung

    Steinkohle hat bei RWE an Bedeutung verloren, der Anteil sankt von 29 Prozent im Jahr 2010 auf 26 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Braunkohle an Stromerzeugung

    Braunkohle hat an Bedeutung gewonnen. Der Anteil liegt nun bei 36 Prozent - 2010 waren es noch 31 Prozent.

  • Anteil Erneuerbare an Stromerzeugung

    RWE hat den Anteil der erneuerbaren Energie von 4 Prozent im Jahr 2010 auf 5,1 Prozent im Jahr 2012 gesteigert.

  • Anteil Wind an Stromerzeugung

    Für diesen Bereich macht RWE leider keine Angaben.

  • Unternehmenswert

    Der Börsenwert fiel von 28 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 19,1 Milliarden Euro im Jahr 2012. Immerhin hat sich RWE im Vergleich zu 2011 wieder deutlich verbessert (2011: 16,5 Milliarden Euro).

  • Fazit

    RWE ist stark verschuldet. Der hohe Braunkohleanteil bei der Verstromung verhindert den Gewinnabsturz.

Der im Frühjahr bekannt gewordene 5,1 Milliarden Euro schwere Verkauf ist wegen der Rolle Russlands in der Ukraine-Krise politisch umstritten. So hatte Grünen-Chef Cem Özdemir kritisiert, Fridman bekomme damit Zugriff auf strategische Erdgas- und Ölvorräte. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hatte moniert, das Geschäft passe "jetzt nicht in die Landschaft".

Dem "Spiegel" zufolge will das Wirtschaftsministerium offensichtlich neue Informationen zu dem Geschäft auswerten. In der RWE-Zentrale in Essen herrsche wegen des Anrufs Gabriels "helle Aufregung". Den Essener Konzern drücken Schulden von mehr als 31 Milliarden Euro, die mit Hilfe des Dea-Verkaufs auf 26 Milliarden Euro zurückgefahren werden sollen. Mit Gabriel liegt Terium vor allem wegen der Energiewende über Kreuz. So fordert der RWE-Chef eine Beteiligung des Staates an den Kosten des Atomausstiegs. Gabriel sieht die Versorger in der Pflicht.

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Von ihren Einspruchsrechten gegen Firmenübernahmen durch Ausländer hat die Bundesregierung bislang keinen Gebrauch gemacht. Das Wirtschaftsministerium kann einen Kauf bis zum Ablauf von zwei Monaten nach Eingang der Unterlagen untersagen oder Anordnungen erlassen, um "die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gewährleisten". Dem Außenwirtschaftsgesetz zufolge muss dafür eine "tatsächliche und hinreichend schwere Gefährdung" vorliegen, "die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt".

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