
Südkorea ist ein rohstoffarmes Land. Vor allem bei der Energieversorgung ist es auf Importe angewiesen. Dabei liegt die Lösung vor der Tür, genauer: vor der Küste. Im Meer stecken ungeahnte Mengen an Energie. Diese wollen die Südkoreaner jetzt mit deutscher Hilfe nutzen. Voith Hydro Ocean Current Technologies und Innogy, die Erneuerbare-Energien-Tochter des Multis RWE, bauen dort gerade ein Unterwasserkraftwerk, das eine konstante Meeresströmung nutzt. Die Anlage, die einem gefluteten Windgenerator ähnelt, hat eine Leistung von 110 Kilowatt.
Wenn sie sich bewährt, soll der Unterwasser-Energiepark allerdings auf einige Hundert Megawatt erweitert werden. Etwa 3,5 Prozent des Weltstromverbrauchs könnten ohne Belastung des Klimas mit Strom aus dem Meer gedeckt werden, haben Berechnungen des Heidenheimer Anlagenbauers Voith Hydro ergeben.
Gedacht wird dabei nicht nur an die energetische Nutzung der Meeresströmungen, sondern auch an Gezeitenkräfte und Wellen. Voith kaufte inzwischen das schottische Unternehmen Wavegen, das auf der Insel Islay das weltweit erste Wellenkraftwerk zur Stromerzeugung betreibt. Und im spanischen Baskenland bauten die Partner 16 weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 250 Kilowatt. Achtmal größer ist die Leistung eines Neubaus auf den Äußeren Hebriden nordwestlich von Schottland.
Schlangen und Drachen
Auch ContiTech setzt aufs Meer. Die Niedersachsen sind an mehreren Entwicklungen beteiligt, unter anderem an Pelamis, einer 150 Meter langen neuzeitlichen Seeschlange. Sie besteht aus mehreren Segmenten, die sich im Wellengang gegeneinander verschieben. Diese Bewegungen übertragen sich auf Pumpen, die Hydrauliköl durch einen Turbogenerator pressen. Vor Portugal, das bis zum Jahr 2050 bis zu 30 Prozent seines Stroms aus Meeresenergie beziehen könnte, arbeiten bereits drei dieser Seeschlangen mit einer Gesamtleistung von 2,3 Megawatt.













