Umwelttechnik: Wie Öko-Technik die deutsche Industrie revolutioniert - Seite 5

Umwelttechnik: Wie Öko-Technik die deutsche Industrie revolutioniert

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Wachstum ausgewählter Märkte für Umwelttechnik pro Jahr (Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Wachstum ausgewählter Märkte für Umwelttechnik pro Jahr (Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Nachhaltige WasserwirtschaftKaum drei Prozent des Wassers unseres Planeten ist Süßwasser. Das reicht zwar theoretisch für alle. Doch das Wasser ist extrem ungleich verteilt. Und so kommt in immer mehr Regionen die Frage auf, wie der kostbare Rohstoff effizienter eingesetzt werden kann. Zwar ist Deutschland nicht von Wasserarmut betroffen. Dennoch wird jeder Tropfen Wasser hierzulande dank moderner Technik 3,5-fach eingesetzt, sehr zur Freude von Kandeh Yumkella, Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, der unlängst anmahnte: „Wasser muss, wie Energie, nachhaltig genutzt werden.“

Neben Techniken zur sparsamen Bewässerung von Feldern haben deutsche Unternehmen eine ganze Reihe von Techniken entwickelt, die aus Brack-, Salz- oder Schmutzwasser Trinkwasser zu niedrigen Kosten herstellen. Der Wasserspezialist Hans Huber etwa bietet mit SafeDrink speziell für die Dritte Welt konzipierte Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen an.

Der Bedarf an solchen Innovationen ist immens. Auf mehr als 300 Milliarden Euro schätzt Roland Berger den weltweiten Markt, bei drei Prozent Wachstum im Jahr. Damit wird das Volumen, das die Berater noch 2007 vorhersagten, schon jetzt um deutlich mehr als die Hälfte übertroffen. Um rund 15 Prozent soll die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor dieses Jahr zulegen. Die wichtigsten Märkte liegen dabei vor der Haustür: In der EU müssen in den nächsten Jahren über 200 Milliarden Euro in das Kanalnetz investiert werden – aber auch in Osteuropa, Russland und Asien steigt die Nachfrage gerade enorm.

Der Greentech-Markt bei Schienenfahrzeugen ist rund 60 Milliarden Euro schwer

Nachhaltige MobilitätDer anthrazitfarbene Mini E ist etwas Besonderes: Genau wie die Außenspiegel des Elektroautos strahlt auch der Tankdeckel sonnengelb. Doch dahinter verbirgt sich kein Einfüllstutzen für Kraftstoff, sondern eine Steckdose, über die die 5.088 Batteriezellen des Lithium-Ionen-Akkus geladen werden. Vier Exemplare des 204-PS-Stromers fahren schon lautlos und abgasfrei durch Berlin. Innerhalb der nächsten acht Wochen wird ihre Zahl auf 50 wachsen.

Neben BMW und dem Stromkonzern Vattenfall werden Daimler und RWE Ende 2009 rund 100 Elektro-Smarts auf die Straßen der Hauptstadt schicken. Volkswagen schickt im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Flottenversuchs Elektromobilität den Golf Twin Drive ins Rennen. Damit wird die Hauptstadt zum Mekka für Elektroautos.

„Die Zukunft, das ist sicher, gehört den emissionsfreien Elektromotoren“, sagt VW-Chef Martin Winterkorn. Noch ist allerdings die Batterie die größte Hürde auf dem Weg zum umweltfreundlichen Elektroauto. Stromspeicher für den Alltagsgebrauch kosten noch immer rund 12.000 Euro. „Ein weiteres Problem ist der unzureichende Wirkungsgrad“, sagt Herbert Kohler, Leiter der Konzernforschung bei Daimler.

Noch werden die Umsätze daher in anderen Bereichen gemacht. Während der Hybridantrieb weltweit gerade mal einen Markt von unter einer Million Stück hat, ist der Greentech-Markt bei Schienenfahrzeugen bereits rund 60 Milliarden Euro schwer. „Doch die dynamischen Entwicklungen werden wir beim Hybridantrieb und dem Elektroauto sehen“, meint Berater Henzelmann. Ob Autoland Deutschland in diesem Markt eine entscheidende Rolle spielen kann, muss sich zeigen. „Bislang“, so Martin Winter, Professor für Materialwissenschaften an der Uni Münster, „haben japanische Anbieter wie Toyota bei der Schlüsseltechnologie Batterie einige Jahre Vorsprung.“

Doch es gibt Hoffnung: Die Unternehmen des Leitmarktes Mobilität sind Spitzenreiter bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die Unternehmen stecken durchschnittlich zehn Prozent des Umsatzes in die Erforschung neuer Technik, bei vielen sind es sogar rund 25 Prozent. Analog dazu wollen sie, je nach Unternehmensgröße, bis Ende 2010 zwischen 3 und 30 Prozent zusätzliche Mitarbeiter einstellen. „Wenn es so weitergeht“, sagt Elektroauto-Experte Winter, „hat Deutschland gute Chancen, auch beim Elektroauto zur Weltspitze aufzuschließen.“

Große Industriekonzerne machen mit

Weltmarktanteile der größten Anbieter von Umwelttechnik nach Herkunft (Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Weltmarktanteile der größten Anbieter von Umwelttechnik nach Herkunft (Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Die grüne Revolution wird längst nicht mehr nur von kleinen, ökologischen Startups getrieben, wie das Beispiel der Autoindustrie zeigt. Die etablierten Industriekonzerne sind auf den Zug aufgesprungen. Immer größere Anteile ihres Geschäftes machen sie mit grüner Technik. Rund ein Drittel der Arbeitsplätze, die der Umwelttechnik-Branche zugerechnet werden, befinden sich inzwischen in klassischen Industriekonzernen wie BASF, Bosch und Siemens, Tendenz steigend. „Das zeigt, dass die Industrie grüner wird und dass auch große Industriekonzerne nun die Entwicklung vorantreiben“, meint Berater Henzelmann.

Siemens etwa bezeichnet sich mittlerweile als größten grünen Infrastrukturkonzern. Die Münchner setzten im vergangenen Jahr 19 Milliarden Euro mit Öko-Technik um. Bis 2011 sollen es nach dem Willen von Konzernchef Peter Löscher 25 Milliarden Euro sein. Von dem grünen Kurs lässt sich Löscher auch von der Krise nicht abbringen: „Wir müssen gerade in der Krise darauf setzen. Sie darf nicht als Anlass gesehen werden, den Klimaschutz auf die lange Bank zu schieben“, sagt er. „Das stärkste Argument ist doch, dass sich viele nachhaltige Technologien selbst finanzieren, weil sie deutlich effizienter sind.“

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.06.2009, 13:51 UhrAnonymer Benutzer: Dr. Wolfgang P.

    Wir nutzen seit einiger Zeit in der Produktion mit großem Erfolg ein
    Oberflächenfeinstbearbeitungsverfahren, das Rautiefen bis zu einem Zehntausendstel Millimeter ermöglicht. Diese Präzisionswerk-zeugmaschinen werden von Thielenhaus Technologies (Wuppertal) unter der Marke "Microfinish" produziert und vertrieben. Damit lassen sich signifikante Fortschritte bei Energieeffizienz, belastbarkeit, Geräuschminderung, Miniaturisierung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit erreichen.

  • 17.06.2009, 14:45 UhrAnonymer Benutzer: Jochen

    Gott-sei-Dank gibt es gerade in Deutschland eine Vielzahl äußerst innovativer Firmen, die weltweit als Vorreiter bei der Umwelttechnologie wirken. Ein aktuelles beispiel: Als Architekt habe ich kürzlich auf Wunsch meines bauherren nach intelligenten Wassersparlösungen für den Neubau eines großen Verwaltungsgebäudes gesucht. Eher durch Zufall bin ich bei der Recherche auf ein sehr interessantes Vacuumsystem für WCs und Urinale gestoßen, das den Wasserverbrauch in größeren Gebäuden
    ohne Einbußen bei Komfort und Hygiene um bis zu 85 % senkt. Als Tip für alle Kollegen: Hersteller ist die Firma Vacusatec in Münster.
    (www.vacusatec.com)

  • 15.05.2009, 23:05 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Whatever Sie liegen in der Tat voellig falsch

    Spitzenlaststrom ist der teuerste Strom ueberhaupt. Dieser dient um kurzfristige auftretende Lastspitzen nach bedarf!!!! abzudecken. Dazu dienen Pumpspeicherkraftwerke und Gasturbinen.

    Mittellaststrom ist gleichfalls recht teuer. Die Mittellast folgt dem bedarf!! der Tageslastschwankung. Hierzu dienen Kohlekraftwerke die auf Teillast gefahren werden.

    Windstrom ist Zufallsstrom. Die Einspeisung schwankt beliebig. Die Einspeiseprofile kann man auf der internetseite des bDEW, oder auch im Mitgliederbereich des UCTE sehen. Durch Zufallsstrom werden keine Kraftwerke eingespart, allenfalls etwas brennstoff. Die Wettervorhersage mag es ueber Tage hinweg geben. Es reicht jedoch wenn eine Windstille statt um 20 Uhr bereits um 18:00 auftritt. Wenn dann nicht ausreichend Kraftwerke befeuert in bereitschaft gehalten werden, bricht das Netz zusammen. Seien Sie froh das die Netztechniker der Wettervorhersage nur begrenzt Glauben schenken.

    Mit der Aussage das der bericht in der WiWO "geschoent" ist, haben Sie untertrieben.

    Vandale

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