Uniper: Hoffen auf Dividende beim Krisenkonzern

Uniper: Hoffen auf Dividende beim Krisenkonzern

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von Angela Hennersdorf

2016 lagerte der Energieriese E.On seine unwirtschaftlichen Kohle- und Gaskraftwerke in eine eigene Gesellschaft aus. Jetzt können die Anleger von Uniper auf mehr Dividende hoffen als die E.On-Aktionäre.

Als Resterampe, Bad Bank und Schmuddelkind ist sie gescholten worden. Alles, was nicht mehr zum neuen grünen Image des Essener Energiekonzerns E.On passt, hat Vorstandschef Johannes Teyssen im vergangenen Jahr in das neue Unternehmen Uniper gepackt: die Kohle- und Gaskraftwerke, aber auch die Wasserkraft und den Stromhandel. Der Versorger hält nur noch 47 Prozent an Uniper und will sich mittelfristig ganz von seinen Uniper-Anteilen trennen.

Klaus Schäfer, früher Finanzchef bei E.On, kann nicht sagen, er habe nicht gewusst, auf was er sich da einlässt, als er die Führung von Uniper übernahm. Das Unternehmen ist ein Restrukturierungsfall. Wegen des Booms beim Ökostrom lassen sich die dicken fossilen Meiler nicht mehr rentabel betreiben. Schon nach den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres verbuchte Uniper ein Minus von 4,2 Milliarden Euro.

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Wenn Top-Manager Schäfer am Donnerstag die Bilanz für das Jahr 2016 vorlegt, wird er wohl oder übel einen Milliardenverlust verkünden müssen. Der Grund für das dicke Minus sind vor allem Abschreibungen auf Kohlekraftwerke, aber auch auf Gasspeicher.

Uniper Versorger strebt höhere Dividende für 2017 an

Der von Eon abgetrennte Kraftwerksbetreiber Uniper wurde anfangs als „Resterampe“ verspottet. Doch an der Börse arbeitete sich der Kurs im ersten Jahr nach oben. Die Aktionäre bekommen eine höhere Dividende.

Uniper: Versorger strebt höhere Dividende für 2017 an Quelle: dpa

Sparen und Anleger mit Dividende locken

Schäfer muss sparen: Beim Personal, im Einkauf, bei der Informationstechnik. Er will die Kosten im Konzern um 400 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro senken. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll allein beim Personal 100 Millionen Euro eingespart werden. Noch beschäftigt das Düsseldorfer Unternehmen rund 15.000 Mitarbeiter.

Zudem sollen Kraftwerke in den Niederlanden und in Schweden dicht gemacht werden. Außerdem verkauft Schäfer, was sich noch irgendwie losschlagen lässt. Bis Ende 2017, kündigte der Uniper-Chef an, wolle er Beteiligungen von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen. In der vergangenen Woche hat der Manager die klamme Konzernkasse mit dem milliardenschweren Verkauf einer Gasfeldbeteiligung in Sibirien aufgefüllt. Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV aus Wien übernimmt für 1,75 Milliarden Euro rund 25 Prozent an dem Gasfeld Juschno Russkoje. Die Gasförderung gehöre nicht mehr zum Uniper-Kerngeschäft, sagte Schäfer. Über die Mehrheitsbeteiligung am russischen Stromerzeuger Unipro bleibe der deutsche Energiekonzern aber im russischen Energiegeschäft aktiv. Durch den Verkauf der Beteiligung hat Schäfer sein Verkaufsziel schon fast erreicht.

Zieht man die Abschreibungen ab, sieht die finanzielle Lage von Uniper etwas besser aus. Uniper hatte für 2016 einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuer und Abschreibungen (Ebitda) von 1,9 bis 2,2 Milliarden Euro angepeilt. Viele Analysten rechnen damit, dass Schäfer sein Versprechen wird halten können. In den ersten neun Monaten war der operative Gewinn um 600 Millionen auf 1,8 Milliarden geklettert, was vor allem günstigeren Verträgen für den Bezug von Erdgas zu verdanken war.

Die Uniper-Aktie hält sich okay

Die Uniper-Aktie läuft nach dem Börsengang von Mitte September im vergangenen Jahr gar nicht mal so schlecht. Der Kurs ist um mehr als drei Euro auf 13,50 Euro gestiegen. Uniper-Chef Schäfer will die Anleger mit einer Dividende bei der Stange halten. Für 2016 soll es 55 Cent je Anteilsschein geben. Für 2017 erwarten einige Analysten sogar 63 Cent je Uniper-Aktie. Die Dividende toppt sogar die von E.On. Nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters erwarten Analysten bei E.On nur eine Ausschüttung von 20 Cent je Aktie.

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