Valley Talk: Die Treibhaus-Schlösser des Professor Constantz

Valley Talk: Die Treibhaus-Schlösser des Professor Constantz

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

von Matthias Hohensee

Ein Professor der Eliteuni Stanford will Zement aus Kohlendioxid herstellen. Er hat sich prominente Unternehmer, Politiker und einen Großkonzern gesucht, die das Vorhaben unterstützen.

Ohne Kohlekraftwerke würde die Energieversorgung der USA zusammenbrechen: Fast die Hälfte des Stroms der Amerikaner wird aus dem fossilen Energieträger gewonnen. Doch dabei wird massenhaft CO2 in die Atmosphäre geblasen, 35 Prozent der ausgestoßenen Menge des Treibhausgases geht auf das Konto der Kohlekraftwerke. Und um den wachsenden Energiebedarf decken zu können, müssen die Amerikaner Dutzende neue Kraftwerke bauen.

Geht das, ohne den Ausstoß von Kohlendioxid massiv zu erhöhen? Brent Constantz arbeitet daran. Der Gastprofessor der Eliteuni Stanford glaubt, Kohlendioxid mit einer neuen Methode binden zu können. Energiekonzerne arbeiten zwar längst an Techniken, um das Gas abzutrennen und in die Erde zu pumpen. Constantz jedoch meint, einen besseren Weg gefunden zu haben. Grundlage dafür sind jahrelange Studien über Kalkformationen, unter anderem an Korallenriffen.

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CO2 verschwindet im Zement

Constantz lässt das Kohlendioxid in Baumaterial wie Zement verschwinden. Dafür hat der Wissenschaftler vor drei Jahren das Startup Calera gegründet und sich mit Vinod Khosla verbündet, dem Mitgründer der Computerfirma Sun Microsystems und bekanntesten Wagnisfinanzierer für Umweltstartups im Silicon Valley. Khosla und Partner haben 50 Millionen Dollar in Calera gesteckt. In einer Versuchsanlage in Moss Landing, etwa 150 Kilometer südlich von San Francisco, mixt Calera Kohlendioxid aus dem dortigen Gaskraftwerk des Energieversorgers Dynegy mit Meerwasser. Die dabei entstehenden Kalkformationen werden als Zusatzstoffe für Zement verkauft. Kohle- und Gaskraftwerke, schwärmt Khosla, könnten damit CO2-neutral werden.

Probleme bereitet Calera jedoch, dass infolge der Immobilienkrise die Zementnachfrage in den USA eingebrochen ist. Außerdem entsteht bei dem Produktionsprozess Salzsäure, die aufwendig entsorgt werden muss. Kritiker bemängeln zudem, dass Calera Details seiner Methode nicht offenlegen will. Physik-Nobelpreisträger Steven Chu, Energieminister der USA, ist dennoch begeistert von dem innovativen -Projekt. Er sucht dringend Argumente, um die Kritik an den geplanten Kohlekraftwerken abzuwehren. Solche Argumente könnte ihm Calera liefern.

Der Bergwerkskonzern Peabody Energy, einer der größten Kohleförderer der USA, hat sich gerade mit 15 Millionen Dollar an Calera beteiligt. Nun müssen Constanz und Khosla nur noch zeigen, dass ihre Schlösser aus Kohlendioxid auch in großem Maßstab funktionieren und vor allem ohne Subventionen überleben können.

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