Valley Talk: Solaranlagen zum Leasen

Valley Talk: Solaranlagen zum Leasen

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Einige Arbeiter reinigen Solarmodule. Sunrun macht mit Leasingmodellen auf sich aufmerksam

von Matthias Hohensee

Mit Leasingmodellen befeuert das Startup Sunrun die US-Solarbranche.

Kaum hatte der Solarboom in Kalifornien begonnen, da schien er schon wieder vorbei. Hatten Investoren die Hersteller von Solaranlagen vor der Finanzkrise förmlich mit Geldern überschüttet, wurden aus Angst vor Überkapazitäten und fallenden Verkaufspreisen für Fotovoltaikanlagen die Finanzhähne danach abrupt zugedreht. „Wer als Solarhersteller 2009 Geld einsammeln wollte, hatte schlechte Karten“ sagt Sheeraz Haji, Chef des Marktforschers Cleantech Group aus San Francisco.

Die Flaute ist überwunden. Laut einer Studie der Cleantech Group wurden im zweiten Quartal weltweit rund zwei Milliarden Dollar Wagniskapital in die Cleantech-Branche gesteckt, 43 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Solarbranche führt das Feld mit 811 Millionen Dollar an, darunter der Silicon-Valley-Dünnschicht-Solarpanel-Fertiger Solyndra mit allein 175 Millionen Dollar.

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Lücke zwischen Überangebot und bescheidener Nachfrage

Der Stimmungswechsel hat aber nicht nur mit dem beginnenden Wirtschaftsaufschwung zu tun. Er ist auch Unternehmern wie Lynn Jurich und Edward Fenster zu verdanken. Die Gründer des Startups Sunrun haben sich darauf spezialisiert, die gewaltige Lücke zwischen Überangebot an Fotovoltaikanlagen und der noch bescheidener Nachfrage seitens der Hauseigentümer in den USA mit kreativen Finanzierungsangeboten zu schließen. Für diese Idee haben sie seit Juni 2008 rund 275 Millionen Dollar Kapital eingesammelt – 100 Millionen alleine vom kalifornischen Energiever-sorger PG&E.

Ihre Idee: Sunrun verleast die Solaranlagen langfristig an Hauseigentümer, inklusive Installation und regelmäßiger Wartung. So müssen sich Privatkunden das teure Equipment nicht selbst anschaffen. Sie zahlen lediglich eine monatliche Gebühr und bekommen ihren Strom zu Preisen, die rund 20 Prozent unter denen der örtlichen Versorger liegen. Sunrun profitiert von Mengenrabatten, Dienstleistungsverträgen mit Wartungsfirmen sowie staatlichen Fördermitteln. Der Energieversorger PG&E wiederum kann staatlichen Auflagen nachkommen, den Anteil von grünen Energien an der Stromerzeugung auszubauen.

Das Beispiel macht Schule: Mittlerweile bieten auch Wettbewerber wie Sunpower, Sungevity und Solarcity ähnliche Finanzierungsmodelle. Und so kann sich mittlerweile jeder kalifornische Hausbesitzer ohne Anzahlung eine Solaranlage installieren lassen – Kreditwürdigkeit vorausgesetzt. Selber kaufen wäre zwar langfristig billiger, doch pumpen passt offenbar immer noch zum amerikanischen Lifestyle. In Kalifornien jedenfalls werden 40 Prozent aller installierten Solaranlagen in Wohnsiedlungen geleast.

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