Vattenfall: Käufer für Braunkohlesparte gesucht

Vattenfall: Käufer für Braunkohlesparte gesucht

Vattenfall verkauft seine Braunkohlesparte in Ostdeutschland. Neben drei tschechischen Investoren hat auch der deutsche Steag-Konzern Interesse. Das stößt aber auf politische Kritik.

Der Verkaufsprozess für die Braunkohlesparte von Vattenfall in Ostdeutschland kommt in Fahrt. Der tschechische Energiekonzern CEZ machte Vattenfall ein Kaufangebot. Das Angebot umfasse den Kauf der Tagebaue sowie der Braunkohle- und Wasserkraftwerke, teilte CEZ am Montag in Prag mit. Neben dem teilstaatlichen Konzern CEZ gaben auch die tschechischen Finanzinvestoren EPH und PPF ein gemeinsames unverbindliches Angebot ab. Das bestätigte EPH-Sprecher Daniel Castvaj am Montag in Prag.

Kampf um Vattenfall-Kohle Greenpeace will ins Kohle-Geschäft einsteigen

Greenpeace will Vattenfalls Braunkohlekraftwerke in Ostdeutschland kaufen. Über eine gemeinnützige Stiftung soll der Ausstieg abgewickelt werden. Aber mit Spendengeldern kann Greenpeace den Kauf nicht finanzieren.

Jetzt kämpft auch Greenpeace um die Vattenfall-Kohle. Quelle: dpa Picture-Alliance

Als dritter Bieter soll der deutsche Energiekonzern Steag im Rennen sein. Steag habe eine „niedrige dreistellige Millionensumme“ geboten, berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung unter Berufung auf mit dem Verkaufsverfahren vertraute Kreise. Steag wollte den Bericht nicht kommentieren. Vattenfall hat nach dpa-Informationen potenzielle Käufer gebeten, bis Weihnachten ein unverbindliches Angebot vorzulegen. Seit Herbst 2014 ist bekannt, dass der Konzern seine Braunkohlesparte in Brandenburg und Sachsen abstoßen will. Nach dpa-Informationen soll bis Ende Januar die Prüfung der unverbindlichen Angebote abgeschlossen sein.

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Vattenfall äußerte sich zum Stand des Verkaufsprozesses nicht. Ein Käufer soll bis zum nächsten Sommer feststehen. Zur EPH gehört bereits die Braunkohlegesellschaft Mibrag mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt. Zum Zirkel der ernsthaften Interessenten zählt nach eigenen Angaben zudem die Czech-Coal-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykac. Steag gehört einem Stadtwerke-Konsortium aus dem Ruhrgebiet. Ein möglicher Einstieg in Ostdeutschland hatte wegen der Risiken für die kommunalen Eigentümer schon im Vorfeld für heftige politische Kritik gesorgt.

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