Vereins-Sponsoring: BVB-Fans sind wandelnde Evonik-Werbung

Vereins-Sponsoring: BVB-Fans sind wandelnde Evonik-Werbung

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Reklame-Renner: Nationalspieler Marco Reus ist ein Sympathieträger im Dress der Dortmunder

von Peter Steinkirchner und Jürgen Salz

Trotz der Niederlage von Dortmund in der Champions League profitieren Sponsoren wie der Essener Chemiekonzern Evonik von ihrem Engagement.

"Moin Mäuschen" – krächzend, aber gut gelaunt ordern zwei Typen ihre Montags-Brötchen, die Bäckerin antwortet genauso heiser. Da entert ein dritter den Laden und schallert fröhlich: "Guten Morgen!" Beethovens Fünfte ("tatatata") fährt dazwischen, Kunden und Bäckerin erstarren und quietschen dann vor Lachen. Aus dem Off folgt die Auflösung: "Wer montags seine Stimme noch hat, hat das Spiel verpasst. Wir stehen hinter dem BVB." Seit Wochen gehört der Spot für den Essener Chemieriesen Evonik zu den wenigen Highlights im TV-Werbeblock.

Der Reklamefilm hat wie der Auftritt der Borussen-Kicker beim verlorenen Londoner Champions-League-Finale dafür gesorgt, dass der Name des börsennotierten Konzerns und BVB-Geldgebers an Bekanntheit weiter zulegen konnte: "Der BVB und seine Sponsoren gehören auch ohne Titel zu den Gewinnern der abgelaufenen Saison", urteilt Andreas Ullmann von der auf Sport spezialisierten Kölner Beratung Repucom. "Vereine wie Schalke 04 oder den HSV, die vor wenigen Jahren nach Umsatz noch deutlich vor den Schwarz-Gelben lagen, hat der BVB überholt."

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Fans werden zu Werbeträgern

Dazu beigetragen haben die BVB-Geldgeber, die nun vom Rummel profitieren. Neben Evonik sind das vor allem Puma, Opel und seit Kurzem Turkish Airlines, die die Millionentruppe PR-trächtig im eigens lackierten Flieger gen London flog. Allein das Endspiel an der Themse sorgte für massenweise Kontakte: 300 Millionen Menschen sollen weltweit die 1:2-Niederlage gegen FC Bayern München verfolgt haben. BVB-Ausrüster Puma flutete London mit 20.000 schwarz-gelben Bowlerhüten und verkaufte in der gerade beendeten Saison 300.000 BVB-Leibchen, mehr als doppelt so viele wie im Meisterjahr 2011.

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Quelle: rtr

Das gefällt auch Evonik, denn die Fans machen sich damit wie ihre Helden zu wandelnden Werbeträgern. Seit 2007 prangt das Evonik-Logo auf den Trikots. Damals war der BVB eben erst knapp an der Insolvenz vorbeigeschlittert. Und der Chemieriese mit dem Kunstnamen, entstanden aus der Ruhrkohle AG, eine unbekannte Größe. Für beide ging es anschließend aufwärts. Der BVB feierte zwei Meistertitel (2011 und 2012). Und Evonik ist seit Kurzem an der Börse notiert. Mittelfristig dürfte der Konzern in die erste Börsenliga streben, den Dax. Zehn Millionen Euro plus Erfolgsprämien überweist Evonik jährlich an den BVB. Aber anders als Bayern-Sponsor Telekom, der Handyverträge an Privatkunden verkauft, produziert Evonik mit einem Jahresumsatz von 13,6 Milliarden Euro vor allem Industrieprodukte wie Plexiglas, Kieselsäuren oder Futtermittelzusätze. "Evonik ist nur in wenigen Endmärkten unterwegs", sagt Stefan Haver, im Unternehmen für Sponsoring verantwortlich. "Die Markenreputation hilft auch an anderen Stellen."

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