Windenergie: Nordex arbeitet an der Trendwende

Windenergie: Nordex arbeitet an der Trendwende

von Mario Brück

Für die Nordex-Gruppe, den Hamburger Windkraftanlagenbauer mit seiner Produktionsstätte in Rostock, weht der Wind offenbar wieder aus der richtigen Richtung. Für das laufende Jahr planen die Hamburger sogar Gewinne.

Im vergangenen Jahr hatte der Windturbinenbauer allerdings noch fette Verluste eingefahren. Hauptgrund für die tiefroten Bilanzkennziffern waren massive Einschnitte in den Werken in China und den USA, wo die Geschäfte seit langem schlecht laufen. Die Anpassung der Kostenstruktur der nicht ausgelasteten Gesellschaften sei "von besonderer Bedeutung", heißt es aus dem Unternehmen. Ohne die dadurch entstandenen Einmalkosten von 75 Millionen Euro hätte Nordex 2012 bereits einen operativen Gewinn von 14 Millionen Euro erzielt.

Hinzu kam der schleppende  Ausbau der Windkraft in Deutschland. Zudem wird die Konkurrenz vor allem aus China immer stärker und wie schon am Solarmarkt drücken deshalb Überkapazitäten auf den Preis. Darunter leiden viele Produzenten von Windkraftanlagen, nicht nur Nordex. Der traditionsreiche Westerwälder Turbinenbauer Fuhrländer musste vor wenigen Wochen Insolvenz anmelden.

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Nordex rechnet mit Neuaufträgen in Milliardenhöhe

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Windkraftprojekte in der Nordsee (Ausschnitt)

Beim Auftragseingang habe sich Nordex dank neu entwickelter Anlagen schon vom Abwärtstrend in der Windbranche Branche lösen können. Demnach seien im vergangenen Jahr Bestellungen im Rekordvolumen von knapp 1,3 Milliarden Euro eingegangen, 94 Prozent davon stammten aus Europa und dem neuen Wachstumsmarkt Südafrika. Auch in diesem Jahr rechnet Nordex wieder mit Neuaufträgen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Durch die gut gefüllten Bücher sind bereits rund 80 Prozent des für 2013 angepeilten Umsatzes gesichert. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um gut 17 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro gestiegen.

Nordex konzentriert sich unter Vorstandschef Jürgen Zeschky schon seit gut einem Jahr wieder auf seine Kerngeschäfte. Er verschlankt das Unternehmen, spart kräftig und hat sich etwa von den teuren Offshore-Plänen verabschiedet. So will der Windkraftanlagenbauer in den kommenden Jahren deutlich profitabler werden und dabei seinen Umsatz weiter steigern. Mittelfristig peile das Unternehmen eine Marge vor Zinsen und Steuern von mindestens fünf Prozent an. Damit wäre die Rendite etwa doppelt so hoch wie Nordex sie für das laufende Jahr anstrebt.

2013 wieder Gewinn

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Nach den roten Zahlen im vergangenen Jahr plant Nordex für 2013 wieder mit einem Gewinn und strebt eine EBIT-Marge in Höhe von 2 bis 3 Prozent an. Beim prognostizierten Umsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro würde das ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 24 bis 39 Millionen Euro bedeuten. Unter dem Strich hatte der Konzern 2012 noch 94,4 Millionen Euro Verlust gemacht.

In den ersten Wochen des Jahres hat der Turbinenhersteller neue Aufträge im Volumen von 84 Megawatt für seine Anlage vom Typ N117/2400 erhalten. Diese Projekte gehen zum Großteil aus dem bedingten Auftragsbestand hervor, der allein in Deutschland zum Jahresende 2012 rund 300 Megawatt umfasste, und die jetzt durch Finanzierungszusagen final gesichert wurden. Dabei handelt es sich um insgesamt 35 Turbinen für zehn Windparks in Hessen, Bayern, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

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