Windreich: Balz blähte Bilanz durch Verkäufe an eigene Firmen auf

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Windreich: Wurde die Bilanz durch Verkäufe an eigenen Firmen aufgebläht?

von Melanie Bergermann, Mario Brück, Annina Reimann und Florian Zerfaß

Der unter dem Verdacht der Bilanzmanipulation stehende Windparkhersteller und Betreiber Windreich hat offenbar seine Bilanz durch Eigengeschäfte mit Gründer und Vorstandschef Willi Balz stark aufgebläht und so Anleger getäuscht.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat Windreich 2011 und 2012 Windparkprojekte an Privatgesellschaften von Gründer Balz verkauft. Ein Großteil des Konzernumsatzes 2011 beruht auf solchen Geschäften, berichtet das Magazin in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

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Seit 2011 hat Windreich Verbindlichkeiten in Höhe von aktuell mehr als 300 Millionen Euro. Gleichzeitig ist der Verkauf der Windparks und Projekte ins Stocken geraten. Um die Lücken zu füllen, hat Balz offenbar zum Trick gegriffen und Windparks an sich selbst verkauft. Ihm gehörende Unternehmen kauften nach Informationen der WirtschaftsWoche der Windreich AG einige Windparks zum Preis von 73 Millionen Euro ab. Der Jahresumsatz 2011 lag bei insgesamt 121 Millionen Euro. Balz bestätigte den Verkauf an sich selbst. „Die Windparks sollten in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden, um sie an eine Versicherung verkaufen zu können, was weiterhin geplant ist.“

Offenbar haben Balz-Firmen weitere Parks von Windreich gekauft, allerdings stehen die Zahlungen bis heute aus. Laut Geschäftsbericht schuldeten drei Firmen, die laut Handelsregister direkt oder indirekt Willi Balz gehören, der Windreich AG Ende 2011 zusammen mehr als 100 Millionen Euro, die bis heute nicht bezahlt sind. Zudem hat Windreich gegenüber der Schweizer Hausbank Sarasin eine 30-Millionen-Euro-Bürgschaft für eine dieser Gesellschaften abgegeben. Die Staatsanwaltschaft, die am Dienstag das Unternehmen durchsuchen ließ und Akten beschlagnahmte, geht laut WirtschaftsWoche davon aus, dass die Windpark an Balz nicht zu marktüblichen Konditionen verkauft wurden.

Bei allen Finanzproblemen scheint das Unternehmen allerdings in aussichtsreichen Verkaufsverhandlungen zu stehen. Soll der Verkauf des Nordsee-Windparks MEG zum Preis von 120 Millionen Euro kurz bevor zu stehen. Mit 70 Millionen Euro ist der größte Anteil allerdings an Sarasin verpfändet. Insider rechnen auch nicht damit, dass das Geld nicht vor Juni bei Windreich eingeht.

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