Energiekonzern: E.On vor Strategie-Wechsel

Energiekonzern: E.On vor Strategie-Wechsel

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Johannes Teyssent, Chef von E.ON.

von Andreas Wildhagen

Der seit einem halben Jahr amtierende neue Vorstandschef Johannes Teyssen trimmt den Energiekonzern in neue Richtungen.

Mittwoch ist E.On-Tag. Da wird in der großen Halle der Konzernzentrale am Düsseldorfer "Ehrenhof", gegenüber einer altertümlich wirkenden Kunsthalle aus den Zwanziger Jahren, der seit sechs Monaten bei E.On im Chefsessel sitzende Johannes Teyssen das Wort ergreifen.

Es wird eine Generalremedur der bisherigen Strategie erwartet, die für Ex-Chef Wulf Bernotat einer Ohrfeige gleicht.

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Schon sickert heraus, was Teyssen vorhat: Er will das Vertriebsgeschäft weitgehend loswerden und ein reiner Kraftwerkspark werden. Vor allem außerhalb Europas will er wachsen, Brasilien hat er sogar im Visier, sagen Arbeitnehmervertreter. Damit bricht Teyssen mit bisherigen goldenen Regeln bei E.On - sich um mehr Kundennähe zu bemühen und vor allem in Europa sein Heil zu suchen -  in Märkten, in denen sich die wenig international versierten E.On-Manager der Zentrale in Düsseldorf gut auskennen.

In Europa ist für E.On nichts mehr zu holen

Der gescheiterte Deal mit dem spanischen Versorger Endesa, den Bernotat übernehmen wollte, aber nicht bekam, machte indes klar: In Europa ist für E.On für ehrgeizige Wachstumsziele nicht mehr viel zu holen.

Seitdem auch das Gasgeschäft für E.On-Ruhrgas zusammenfällt, weil es eine Überversorgung mit Gas in Europa gibt und die Gaspreise sinken, macht die Essener Tochter nicht mehr viel Freude. Aber, dass ferne Investitionsziele auch nicht das Glück für die Energiemanager bedeuten, zeigen die Zukäufe in den USA, wo E.On viel zu teuer eingekauft hat und das Milliardengrab OGK-4, ein Stromproduzent im fernen Sibirien, der kaum Gewinne abwirft, weil Wladimir Putin sein früher abgegebenes Versprechen nicht einlöst, den russischen Strommarkt zu liberalisieren.

Wenn bei E.On demnächst die große Verkaufsorgie beginnt, besonders bei den kundennahen E.On-Regionalgesellschaften, dann kann sich ein Geschäftspartner gute Chancen ausrechnen, sich doch noch einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Die russsische Gazprom hatte in der Vergangenheit Interesse für E.On-Teile gezeigt, im Gegenzug die Beteiligung an sibirischen Gasfeldern in Aussicht gestellt. Ob E.On unter Teyssen daran noch interessiert sein wird, ist nun offen. Aber dass E.On Einzelteile seines deutschen Geschäfts an Gazprom verkaufen könnte, ist unter Teyssen nun kein Tabu mehr.

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