Energiekonzern: Gazprom greift nach westdeutschen Stromversorgern

Energiekonzern: Gazprom greift nach westdeutschen Stromversorgern

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Gazprom CEO Alexei Miller verfolgt in Deutschland eine Doppelstrategie

von Andreas Wildhagen

Der russische Gasmonopolist Gazprom liegäugelt mit einem kleinem hessischen Anbieter, verhandelt gleichzeitig aber überaus hart mit RWE.

Gazprom fühlt sich stark – und am längeren Hebel. Der Gasförderer mit den schier unerschöpflichen Vorkommen in den Weiten Sibiriens will nicht länger nur Großlieferant und Pipelinebetreiber sein.  Soeben fließt das erste Gas durch die Ostseepipeline in den Westen. Aber die Russen wollen mehr. Sie sind erpicht darauf, auch am Endkundengeschäft in Westeuropa, besonders in Deutschland, teilzuhaben. Sie wollen die geduldigen und wenig wechselwilligen Haushaltskunden, denen schier jeder Preis zuzumuten ist, ebenfalls als Kundenreservoir und als Gewinnquelle für sich nutzen.

Einstieg ins deutsche Privatkundengeschäft

Nun hat der russische Energiekonzern, der quasi ein Staatsmonopol ist, offenbar Interesse an einem kleineren hessischen Versorger. Es handelt sich dabei um den Anbieter Envacom mit 50 000 Kunden, eine eher kleinere Nummer. Aber auch die Versuche der Russen, sich der wesentlich größeren, in Insolvenz gegangenen Teldafax mit 700 000 Kunden zu bemächtigen, zielten in dieselbe Richtung: Eine Kundenbasis in Deutschland zu finden. Bei Envacom sind die Russen noch lange nicht am Ziel: „Seit Monaten werden entsprechende Gespräche geführt“, sagt ein Envacom-Unternehmenssprecher. Das Privatkundengeschäft mit Gas ist derzeit in Vorbereitung, Stromverträge bietet die Firma seit 2008 an.

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Poker mit RWE

Mit RWE-Chef Jürgen Großmann verhandelt Gazprom-Lenker Alexej Miller seit Monaten über einen Einstieg in RWE-Tochtergesellschaften. Im Gegenzug will Gazprom dann preiswertes Gas aus Sibirien in die Speicher von RWE liefern. Aber eben nur im Gegenzug. RWE hat bereits angedeutet, in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Gazprom zehn Prozent seiner Erzeugungskapazität bei Braun- und Steinkohlekraftwerken einzubringen. Doch das war den Gazprom-Unterhändlern bisher zuwenig. Sie pokern weiter.

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