Energiekonzern: ThyssenKrupp-Vorstand Schulz peilt RWE-Aufsichtsratsvorsitz an

Energiekonzern: ThyssenKrupp-Vorstand Schulz peilt RWE-Aufsichtsratsvorsitz an

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Der scheidende Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Ekkehard Schulz.

von Andreas Wildhagen

Der 68-jährige Ekkehard Schulz, der spätestens im Januar 2011 aus dem ThyssenKrupp-Vorstand auscheidet, sucht sich eine neue Top-Aufgabe als Pensionär. Der Konzernchef, der sein Amt an den Siemens-Industrievorstand Heinrich Hiesinger abgibt, will Aufsichtsratschef von RWE werden.

Der 68-jährige Ekkehard Schulz, der spätestens im Januar 2011 aus dem ThyssenKrupp-Vorstand auscheidet, sucht sich eine neue Top-Aufgabe als Pensionär. Der Konzernchef, der sein Amt an den Siemens-Industrievorstand Heinrich Hiesinger abgibt, will Aufsichtsratschef von RWE werden.

Diesen Posten bekleidet bisher noch der ehemalige Bayer-Lenker und Multiaufsichtsrat Manfred Schneider, der 2009 für den Knall auf Fall aufgeschiedenen ehemaligen WestLB-Chef Thomas Fischer auf dem Stuhl des RWE-Chefkontrolleurs Platz nahm.

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Doch Schneider wollte den Job des Chefkontrolleurs nur höchstens zwei Jahre übernehmen. Das heißt: Im nächsten Jahr liegt wiederum eine Top-Personalie an, diesmal an der Aufsichtsratsspitze von RWE.

Schulz steht bereit. Seine Aufsichtsratsposten bei Bayer und MAN füllen ihn nach der Demission bei ThyssenKrupp nicht aus.

Auch in der Krupp-Stiftung hat er nicht viel zu sagen. Zwar ist dort Mitglied des Kuratoriums.

Die Oberhoheit über die Stiftung, die mit über 25 Prozent größter Aktionär von ThyssenKrupp ist, hat jedoch immer noch Berthold Beitz nebst Gerhard Cromme.

Die anderen Mitglieder gleichen eher Beisitzern. Schulz wurde in das Krupp-Gremium auf dem Krupp-Hügel in Essen nur deshalb berufen, um die Thyssen-Seite des 1999 mit Krupp fusionierten Konzerns in das Allerheiligste der Krupp-Magnaten vorzulassen.

Schulz ist ein Thyssen-Urgestein, das die lang befehdete Verschmelzung mit Krupp von Anfang an favorisierte. Nicht nur der Vorstandsvorsitz auch der Stuhl in der Krupp-Stiftung waren quasi Gegenleistungen für die Vernunftentscheidung von Schulz, die Thyssen-Fraktion im neuen Konzern zum Frieden mit Berthold Beitz aufzurufen.

Friedensstifter, Strippenzieher und Mediator

Bei RWE werden die Kommunen entscheiden, ob Schulz neuer Aufsichtsratschef wird.

Der Posten hat im zweitgrößten deutschen Energiekonzern die Funktion eines Friedensstifters, Strippenziehers und Mediators zwischen kommunalen, kapitalen und marginalen Interessen, die in der RWE-Welt stets in Form von Querschüssen aus allen Richtungen kommen und die meist egoistische Motive haben.

Wer nimmt wem etwas an Machtbasis weg? Wer ruft zur Sparsamkeit auf, ohne sich selbst daran zu halten? Wer prescht in der wachsam sich gegenseitig beäugenden Neidgesellschaft RWE zu schnell für die Verwirklichung seiner Ziele vor?

Der RWE-Chefkontrolleur muss sattelfest auch im Menschlichen sein. Da fehlt es Schulz nicht. Seine harten Sanierungsentscheidungen bei ThyssenKrupp Steel brachte er stets mit den Betriebsräten unter einen Hut.

Nur mit RWE-Chef Jürgen Großmann hat es schon mal Reibereien gegeben.

Beide Stahlexperten streiten und pieksen hinter den Kulissen gern, so berichten es jedenfalls Aufsichtsräte und Manager, die beide stählernen Egos schon mal erlebt haben. Mit dem RWE-Vorsitz würde Schulz dem Ruhrgebiet treu bleiben - und der Großindustrie, der er verpflichtet ist.

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