Energiekonzerne: Düsseldorfer Stadtwerke fürchten die Russen

Energiekonzerne: Düsseldorfer Stadtwerke fürchten die Russen

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Der Vorstandsvorsitzende der EnBW, Hans-Peter Villis, während einer Hauptversammlung des Energieversorgers in Karlsruhe

von Andreas Wildhagen

Das russische Energieunternehmen Novatek könnte über die EnBW in ein Kraftwerkprojekt am Rhein einsteigen. Doch die Rheinländer wehren sich.

Düsseldorf ist eine weltoffene Stadt, sogar Lena hat hier gesungen und damit die Augen der Welt auf die lebensfrohe nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gelenkt. Ein Spiegel-Bericht über die vielleicht nicht ganz tiefschürfende Lebensart der hier ansässigen Rheinbürger erregte im Frühjahr vielleicht berechtigte Kritik gegen Vorurteile. Die Formulierungen des Journalisten von den "Millionärsgattinnen auf der Königsallee" wurde in Düsseldorf besonders empfindlich aufgenommen. Die Düsseldorfer wollen nicht als stets frohsinnige und guccibegeisterte Konsummenschen gesehen werden, das Klischee sind die Bürger der Geburtsstadt Heinrich Heines gründlich leid.

EnBW-Chef verhandelt mit russischer Novatek über Kraftwerke am Rhein

Denn die Realität scheint anders sein: In Düsseldorf sind Unternehmen ansässig, die zum Tafelsilber der Wirtschaft gehören. Dazu zählen nicht nur die Röhrenwerke von Valourec, ehemals Mannesmann, sondern auch die Zentrale von Vodafone und die Persil-Werke von Henkel. Schließlich hat auch der Energiekonzern E.On hier seinen Hauptsitz - und die Düsseldorfer Stadtwerke, die wichtige Vermögenswerten eines ganz woanders beheimateten Stromversorgers sind, die baden-württembergischen EnBW, die knapp 55 Prozent an den Düsseldorfer Stadtwerken halten und dort quasi das Sagen haben.

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Die EnBW sind es nun, die den Düsseldorfer nicht nur schwäbisch-sparsamen Einfluss bringen, sondern seit neuestem auch neue internationale Fäden bis in die Weiten Russlands. Vorige Woche wurde bekannt, dass EnBW-Chef Hans-Peter Villis mit dem russischen Energieversorger Novatek über Kooperationen beim Kraftwerksbau verhandelt. Die Russen, die zu zehn Prozent zur russischen Energiekrake Gazprom gehören, will Villis vor allem auch beim Bau von Gaskraftwerken in Deutschland einbinden - zum Beispiel in Düsseldorf.

Deutsch-russische Freundschaft

Damit stehen die Russen in der rheinischen Stadt ante portas. Die Düsseldorfer Stadtwerke planen zurzeit ein Gaskraftwerk direkt an einer Biegung des Rheins, unweit des Regierungsviertels, wo eine rot-grüne Minderheitsregierung mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Aber Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist selbstredend Befürworterin des Atomausstiegs und als urlaubsbedingte Interims-Vertreterin des Bundespräsidenten auch an der Freundschaft zu Russland interessiert.

Gazprom ist in NRW kein Unbekannter. Das staatlich dominierte Konglomerat ist Sponsor von Schalke 04. Der russische Novatek-Aktionär verhandelt auch dieser Tage mit dem NRW-Energieplatzhirschen RWE über den Bau von Kraftwerken - wie EnBW. Die Schwaben könnten sich vorstellen, das erste Projekt zusammen mit ihrer Beteiligung Düsseldorfer Stadtwerke zu realisieren.

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