Energiekonzerne: Ein neuer Star bei RWE

Energiekonzerne: Ein neuer Star bei RWE

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Daimler AG-Vorstand Dieter Zetsche

Auto-Geist beim Versorger: Der Daimler-Chef Dieter Zetsche wird in den Aufsichtsrat von RWE berufen. Er ist als Vollblutmanager genau der Richtige für das Kontrollgremium, in dem bisher vor allem pensionierte Vorstandschefs und Politiker aller Art dominierten.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sah man am Wochenende vor allem beim Formel-1-Rennen hoch oben auf dem Nürburgring. Dort musste er mit ansehen, dass es der Bolide von McLaren Mercedes nur auf den achten Platz gebracht hat. Immerhin - und das ein Trost für ihn: Ferrari kam auch nur als Dritter durch. Eines steht fest, Zetsche wird in den vergangenen Tagen mehr an spritgetriebene Automobile als an die Stromversorgung gedacht haben. Doch in jenen Tagen wurde ein ganz neuer Nebenjob für ihn festgezurrt. Er bekommt ein neues Aufsichtsratsmandat unter den Dax-Konzernen. Zetsche wird in das Kontrollgremium von RWE einziehen und dort über das Energiegeschäft wachen.

RWE ist abgeschlagen, andere europäische Versorger preschen nach vorn. Für den Essener Energiekonzern ist es nur eine schwache Beruhigung, dass Spitzenreiter E.On,  bisher immer Marktführer in Deutschland, nicht mehr in die Spitzengruppe kommt. Schuld daran sind Missmanagement und Pech auf den internationalen Energiemärkten. Das Rennen um die Führungspositionen auf den Energiemärkten ist für Konzerne wie RWE, E.On und andere noch neu. Sie wissen: Wer es nicht dauerhaft in der Spitzengruppe schafft, wird über Gebühr weit abgeschlagen und fällt später der stärkeren Meute zum Fraß vor. Fusionen und Übernahmen sind für die Zukunft nicht ausgeschlossen, für Niemanden, der nicht Nummer eins, zwei oder drei ist.

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Da braucht der RWE-Aufsichsrat unter Führung des ehemaligen Bayer-Chefs Manfred Schneider einen starken Mann im Kontrollgremium, der Sinn für Wettbewerb und Kampfgeist in die Versorgermentalität von RWE hineinbringt. Zetsche ist da ein idealer Mann, der das alles mitbringt. Er hat wenig Sinn für kommunale Zwiste, die bisher bei RWE an der Tagesordnung waren. Die Kommunen sind immer noch der größte Anteilseigner von RWE und haben dort eine Art Doppelrolle: Sie bremsen, wo eigentlich untenehmerisch Gas gegegeben werden sollte. Sie sorgen aber auch dafür, dass allzu große Abenteuer, wie sie beim Nachbar E.On in der Vergangenheit in ganz Europa unternommen wurden, bei RWE nicht allzu ungestüm ausgeheckt werden. So haben die Kommunen auch eine heilsame Wirkung im Haus des Strom- und Gaslieferanten.

Sie werden auch weiterhin dafür sorgen, dass bei RWE nicht zu viel Neues passiert. Das muss Zetsche wissen, und das wird er wissen. Im Aufsichtrsat ist er als Gegenpol zu den Kommunen gedacht, die bei RWE immer das Sagen haben. Aber Zetsche muss ihnen argumentativ dicht auf den Fersen bleiben, wenn es um ehrgeizige Investitions- und harte Sanierungsmaßnahmen geht. Zetsches Aufgabe kann also durchaus darin bestehen, dem Wortführer als zweiter, zumindest aber als dritter auf den Fersen zu bleiben - sichtbar.

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