Energiekonzerne: Gazprom will VNG-Beteiligung ausbauen

Energiekonzerne: Gazprom will VNG-Beteiligung ausbauen

von Florian Willershausen

Der russische Energieriese Gazprom steht offenbar unmittelbar vor seinem Ziel, seinen Anteil an Deutschlands drittgrößtem Gashändler VNG (Verbundnetz Gas) zu verdoppeln.

„Wir arbeiten seit fast 20 Jahren daran, bei VNG eine angemessene Stellung zu bekommen. Ich hoffe, dass das nun gelingt“, sagte Gazprom-Deutschland-Chef Hans-Joachim Gornig in einem seiner seltenen Interviews gegenüber der WirtschaftsWoche. Auch ist Gazprom Germania grundsätzlich an weiteren Zukäufen in Deutschland interessiert. Gornig: „Den deutschen Markt behalten wir im Auge. Wenn sich interessante Chancen bieten, werden wir die genau prüfen.“ Allerdings, so Gornig, seien „alle Pläne zur Akquise von regionalen Versorgern auf Eis gelegt“. Der Konzern warte die Liberalisierung im Energiesektor ab. Gornig kritisiert: „Wenn die Versorger ihre Netze verkaufen, verlieren sie für Investoren wie uns an Wert.“ Was in Europa vorgehe, so Gornig weiter, „grenzt an Liberalisierungswut“.

Rund zwei Milliarden Euro habe Gazprom in den vergangenen 20 Jahren in die Infrastruktur seiner Tochter Wingas investiert. „Dieses Geld ist jetzt nicht mehr dasselbe wert wie vor ein paar Jahren. Ich glaube auch nicht, dass die Trennung von den Netzen die Versorgungssicherheit erhöht. Als Käufer sind schon reine Finanzinvestoren im Gespräch“, argumentiert der Gazprom-Germania-Chef.

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Expansion im Endkundengeschäft

Weiterhin interessiert zeigt sich Gornig an einer Expansion im europäischen Endkundengeschäft. Im laufenden Jahr hat Gazprom Germania mit dem Einstieg beim tschechischen Versorger Vermex bereits einen Expansionserfolg feiern können. Jetzt möchte Gazprom von Gaz de France die VNG-Beteiligung übernehmen, indem der französische Wettbewerber an der Nord Stream-Pipeline beteiligt wird. Für „prüfenswert“ hält Gornig eine Vereinbarung dieser Art: „Aber das entscheidet nicht allein Gazprom. Auch die anderen Aktionäre im Nord Stream-Konsortium müssen einverstanden sein“, darunter BASF, E.On sowie Gasunie.

Auch mit Blick auf eine geplante vorzeitige Verlängerung des Sponsoring-Vertrages mit Schalke 04 über 2012 hinaus erklärt Gornig. „Wir müssen an die Zukunft denken. Vielleicht werden wir uns bald auch stärker dem Endkundengeschäft nähern.“

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