Energiekonzerne: Stabwechsel bei E.On

Energiekonzerne: Stabwechsel bei E.On

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Johannes Teyssen

von Andreas Wildhagen

Wulf Bernotat verabschiedet sich von der Öffentlichkeit - ein großer Coup als E.On-Chef bleibt ihm verwehrt. Ab Mai übernimmt sein Nachfolger Johannes Teyssen die Führung von Deutschlands größtem deutschen Energiekonzern.

Es sind noch fast sechs Wochen, dann kann endlich ein Mann an den Start gehen, der seit Sommer in der Reserve lauert: Johannes Teyssen, jetzt 50 Jahre alt, hat als Chief Operating Officer (COO) bereits die Verantwortung für das operative Geschäft und für die Steuerung aller Führungsgesellschaften beim größtendeutschen Energiekonzern. Er galt schon lange als Nachfolger, aber erst im August wurde er offiziell berufen. Für den 1. Mai ist die Ablösung von Wulf Bernotat an der Spitze des E.On-Konzerns vorgesehen. Am Mittwoch wird Noch-Chef Bernotat seinen letzten Aufritt bei E.On auf einer Bilanz-Pressekonferenz zelebrieren.

Wer ist der neue Konzernlenker? Der gelernte Jurist und Stadtwerker mit Leib und Seele - lange war Teyssen Chef der niedersächischen Stadtwerkegemeinschaft Avacon - hat als ewiger Zweiter bei E.On lange darauf gewartet. Teyssen, der seit 20 Jahren für E.On in Spitzenpositionen tätig ist, verfügt über starken Rückhalt im E.On-Management. Im Umgang mit einfachen Mitarbeitern hat Teyssen eine geschickte Hand, er wirkt bodenständig. Im täglichen Management-Kampf in der Düsseldorfer Zentrale allerdings ist er rigoros, ein Perfektionist, der sich um jedes Detail kümmert.

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Bernotat vergeblicher Coup

Da war Bernotat etwas präsidialer, als ehemaliger Shell-Spitzenmanager hatte Bernotat das Deligieren, das Führen an langer Leine in Gremien gelernt und auch bei E.On praktiziert. Als Bernotat im Mai 2003 anfing, ging allgemeines Aufatmen durch die Reihen der Abteilungs- und Bereichsleiter: Bernotat ließ andere Mitarbeiter geduldig ausreden, hörte sich auch abweichende Meinungen interessiert an und legte im täglichen Umgang allgemeine, fast britische Lockerheit an den Tag. Das war man von Vorgänger Ulrich Hartmann, der immer noch dem Aufsichtsrat vorsitzt, nicht gewohnt. Hartmann legte als E.On-Chef in übertriebener Weise auf Formen wert, duldete keine offene Diskussion und meckerte schon mal wegen nicht akkurat genug aufbereiteten Präsentationsunterlagen.

Dafür war Hartmann in der Sache allerdings ein Management-Erfolg beschieden, der in der Energiewirtschaft seines Gleichen sucht. Erst die Fusion zwischen Veba und Viag, dann mit der Ruhrgas - ein schier unlösbares Problem hatte er fast geräuschlos in den Griff bekommen. Ein gleicher Coup war Bernotat nicht vergönnt, der vergeblich versuchte die spanische Endesa für 44 Milliarden Euro zu übernehmen. Bernotat sieht seine größte Tat in der Expansion nach Russland, der Einstieg beim sibirischen Großversorger OGK-4 verbucht er als Glanzstück seiner Ägide.

Der inzwischen 61-Jährige, der E.On seit 2003 führt, hatte schon auf der Hauptversammlung im vergangenen Frühjahr erklärt, nach Ablauf seines Vertrages Ende April 2010 für keine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Jetzt darf Nachfolger Teyssen sein Glück versuchen.

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