Energieunternehmen: RWE und Vattenfall schließen Pakt für British Energy-Übernahme

Energieunternehmen: RWE und Vattenfall schließen Pakt für British Energy-Übernahme

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Ein Würfel mit dem Logo des Energieversorgers RWE dreht sich in Essen auf dem Dach eines Hochhauses des Konzerns.

Erzkonkurrenten proben die Partnerschaft: RWE will sich für die Übernahme des Kernkraftwerksbetreibers British Energy mit dem staatlichen schwedischen Versorger Vattenfall verbünden. Gleichzeitig kündigt RWE an, künftig stärker im internationalen Markt aufzutreten.

RWE werde für das britische Unternehmen bieten und bei einem Zuschlag einige Anlagen an Vattenfall weiterreichen, berichtete die Londoner „Times“ heute ohne Angabe von Quellen. RWE, Vattenfall und British Energy waren für Stellungnahmen zunächst nicht erreichbar. RWE-Vorstand Jürgen Großmann werde Fragen hierzu nicht kommentieren, hieß es heute in Essen. Mehrere Redner hatten um Aufklärung in dem Fall gebeten.

Mit der Einbindung eines Dritten wolle RWE die Forderung der britischen Regierung erfüllen, dass der Käufer für Wettbewerb im Markt für Atomstrom sorgen müsse, berichtete die Zeitung. Branchenkreisen zufolge hat RWE ein vorläufiges fast 14 Milliarden Euro schweres Angebot für British Energy vorgelegt, sieht sich dabei aber großer Konkurrenz ausgesetzt.

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Die schwedische Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“ hatte am Dienstag berichtet, dass Vattenfall für British Energy bieten wolle, aber einen Partner suche, entweder einen Finanzinvestor oder einen aus der Branche. Das Blatt hatte den deutschen RWE-Rivalen E.On als möglichen Partner genannt. Gestern hatte E.On klargestellt, dass sich der Konzern in Sachen British Energy alle Möglichkeiten offenhalte.

Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE will künftig vorrangig im Ausland wachsen. Mehr als die Hälfte der für die nächsten fünf Jahre geplanten Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro werden in Projekte außerhalb der Bundesrepublik fließen, sagte Konzernchef Jürgen Großmann heute auf der Hauptversammlung des Energieriesen in Essen.

Deutschland bleibe für RWE zwar der wichtigste Markt, doch biete er schon aus kartellrechtlichen Gründen kaum noch Wachstumschancen für den Konzern, sagte der Manager. RWE werde deshalb seine Aktivitäten noch stärker international ausrichten. Ziel des Konzerns sei es, bis 2012 rund 40 bis 50 Prozent des betrieblichen Ergebnisses im Ausland verdienen. Bislang sind es 36 Prozent. „Wir wollen in noch mehr Ländern präsent sein, die sich durch überdurchschnittliche Wachstumsraten auszeichnen und die massiv in den Ausbau der Infrastruktur investieren“, sagte Großmann.

Im Auge hat der Konzern dabei nicht zuletzt Russland und die Türkei. Doch verhandelt der Konzern auch über Beteiligungen an neuen Kernkraftwerksprojekten in Bulgarien und Rumänien.

Weiters will der Konzern auch im Gasgeschäft wachsen. Die Öl- und Gasgewinnung durch die Tochter RWE Dea soll bis 2012/13 verdoppelt werden. Das Engagement im Geschäft mit flüssigem Erdgas LNG wird ebenfalls ausgebaut.

Im Endkunden-Bereich will der Konzern seinen Anteil am deutschen Gasmarkt von 8 auf mehr als 10 Prozent steigern. Auch im Bereich erneuerbarer Energien will RWE zügig vorankommen. Bis 2012 soll die Stromerzeugungskapazität dort auf 4.500 Megawatt verdreifacht werden. „Wir haben alle Voraussetzungen, um als eines der größten Strom- und Gasunternehmen Europas die Zukunft der Energieversorgung in vorderster Reihen mitzugestalten“, erklärte der Manager bei seinem ersten Auftritt vor den Aktionären selbstbewusst.

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